Dabei ging der Angeklagte jedoch äußerst unprofessionell vor. Denn er benutzte bei seinen Taten sein eigenes E-Mail-Konto und seine eigene Wohnadresse. „Es gibt professionellere Betrüger“, sagte der ermittelnde Beamte der Polizeinspektion Haßfurt im Zeugenstand.
Bei einer Hausdurchsuchung beschlagnahmten die Beamten einen Rechner und das Mobiltelefon des Angeklagten sowie Kleider, Uhren und weitere Gegenstände.
„Ich weiß nicht, was ich damit machen wollte“, gab der Angeklagte zu Protokoll. Auslöser für die Taten sei ein Telegram-Chat gewesen. Dabei habe er Daten der später Geschädigten erhalten. Er sei zur Tatzeit vor rund zwei Jahren sozial isoliert gewesen. „Es war eine Sucht für mich“, gestand er ein. Er habe durch die Taten Erfolgserlebnisse gehabt und damit angegeben.
Das Leben geändert
Mittlerweile habe er sein Leben geändert. Er treibe Sport und habe soziale Kontakte. Ein Grund für die Änderung war wohl die Hausdurchsuchung, die die Familie schockiert habe, wie die Jugendgerichtshelferin betonte.
Der Angeklagte habe den Ermittlern viel Arbeit bereitet, sagte die Vorsitzende Richterin Ursula Redler. Die Ermittlungsakte ist mit über 1500 Seiten gefüllt.