Nach langem Hin und Her dürfte dem Vorhaben, das Nahversorgungszentrum II in Sassanfahrt um einen Aldi-Markt zu ergänzen, in trockenen Tüchern sein. Der letzte Streitpunkt war die Dachgestaltung. Da hatte der Marktgemeinderat Hirschaid zuletzt eine Photovoltaikanlage plus Begrünung der Dachfläche gefordert. Der künftige Mieter des Investors, Aldi , wollte die aus einer Dachbegrünung entstehenden höheren Kosten aber nicht akzeptieren und stellte deswegen sogar das ganze Projekt infrage. So weit wollte es die Marktgemeinde nicht kommen lassen und akzeptierte eine wohl preiswertere Alternative, wie Bürgermeister Klaus Homann berichtete: Der Investor pflanzt auf der Ausgleichsfläche in Merkendorf zusätzlich eine Hecke sowie ein paar Bäume auf dem Baugrundstück in Sassanfahrt. Ferner werden die Fassade des Aldi-Marktes und eine Rampe im Ladebereich begrünt. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach ist inzwischen vertraglich vereinbart.

Beauftragte berichteten

Über ihre erfüllende Aufgabe als ehrenamtliche „Bürgerbeauftragte für Flüchtlinge und Sozialbedürftige” berichtete die Marktgemeinderätin Sigrid Oppelt. Weil sich ihr Helferkreis von einst bis zu 80 Personen auf 25 verringert habe, stünden gerade für die Hausaufgabenbetreuung, Nach- und Lesehilfe nicht mehr ausreichend Kräfte zur Verfügung.

Sie richtete deshalb die Bitte an die Gemeindebürger, sich für diese Eingliederungshilfe der Kinder und Jugendlichen wieder mehr zur Verfügung zu stellen. Bei derzeit 80 Flüchtlingen in Sammelunterkünften sowie weiteren Familien in externen Wohnungen erreichten sie wöchentlich fünf und mehr Hilferufe, informierte die Beauftragte. Die schwierige Wohnungssuche, Unterstützung beim Mobiliar oder Hilfe beim Umzug, das Bemühen um Arbeits- oder Kindergartenplätze oder die Beschaffung von Fahrrädern seien die häufigsten Aufgaben.

Dazu gehöre die Begleitung der Flüchtlinge und sozial Bedürftigen zu Behörden, teilweise in Zusammenarbeit mit den Fachleuten von den Wohlfahrtsverbänden . Im Bereich Kleider- und Sachspenden habe die Hirschaider Einrichtung inzwischen Bedeutung über die Marktgemeinde hinaus, berichtete Sigrid Oppelt. Weitere Helfer seien willkommen.

Mit der gebotenen Diskretion steht der Senioren- und Behindertenbeauftragte des Marktgemeinderats, Josef Haas, seiner Klientel bei. Selbst die Infektionsgefahr durch Corona-Viren habe ihn nicht davon abgehalten, Bedürftigen zu Hilfe zu kommen, erwähnte Haas. Es sei kaum zu glauben, mit welcher Arroganz manche Behörden mit Antragstellern umgingen, klagte der Sozialdemokrat.

Das erfahre er auch immer wieder, wenn er um Unterstützung beim Schriftverkehr mit Ämtern gebeten werde. Man habe kaum eine Vorstellung davon, wie hilflos manche Mitbürger beim Ausfüllen von Fragebögen seien, etwa wenn es um die Anerkennung einer Schwerbehinderung gehe oder um Testamente, Patienten- und Betreuungsvollmachten.

Am Beispiel eines 80-Jährigen, der plötzlich mit einem gravierenden Augenproblem zu einer Uniklinik gebracht und begleitet werden musste, machte Haas anschaulich, wie sehr im Markt Hirschaid ein verlässlicher Helferkreis fehle. Haas war dem Augenverletzten selbstverständlich behilflich, machte im Gemeinderat aber darauf aufmerksam, dass er „völlig allein” dastehe. Er hätte gerne Helfer zur Seite und wünschte sich eine engere Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung.

Klaus Homann dankte den Beauftragten und bat sie, die Arbeit fortzusetzen. Wenn Hilfe nötig: einfach auf die Gemeinde zugehen, so der Bürgermeister.

Radweg wird gebaut

Der Radweg Röbersdorf-Herrnsdorf soll nun doch endlich gebaut werden. Es ergaben sich schwierige Grundstücksverhandlungen. Schon 2014 war das Projekt entwickelt worden. Damals sollte Hirschaid für die Strecke in der Röbersdorfer Flur 100 000 Euro beisteuern.

Inzwischen ist alles teurer geworden, und der Anteil erhöht sich um 46 000 Euro. Der Marktgemeinderat willigte ein. Die Federführung in dem mit Hirschaid abgestimmten Projekt, das mit 80 Prozent gefördert wird, hat Frensdorf.