von unserer Mitarbeiterin Sylvia Hubele

Forchheim — Von der Arbeit heimzukommen und sich vor dem Aquarium zu entspannen, das ist für Heinz Hornig wie Balsam für die Seele. "Die Fische fordern nichts und wollen nichts, sie sind einfach nur da und ziehen ihre Kreise", sagt er.
Hornig beobachtet, wie die Fische im Schwarm ziehen und kann auf diese Weise perfekt abschalten. Dabei lasse sich die Qualität der Beziehung zwischen Mensch und Tier nicht mit anderen vergleichen, schließlich seien die Wasserbewohner längst nicht so entzückt von Streicheleinheiten wie ein Hund oder eine Katze, meint er. Doch einem echten Aquarianer reiche das aus: "Ich fühle mich ausgeglichen, optimistisch und zufrieden."
Dabei reagierten die Fische durchaus auf ihren Besitzer, erklärt Barbara Ertel: "Ich brauche nur ganz leise mit meinem Fingernagel an die Scheibe zu klopfen, schon kommen sie an und warten auf ihr Futter."


Im Zooladen gegründet

Der Verein der Aquarien- und Terrarienfreunde wurde vor fast 50 Jahren in Forchheim in einem kleinen Zooladen gegründet, den es schon längst nicht mehr gibt. Roland Prütting erinnert sich noch gut an die Zeiten, in denen es überall Zooläden gab. Dort konnten die Kinder einfach hineingehen und zusehen, wie die bunten Fische ihre Bahnen zogen.
Das hat bei vielen von ihnen den Wunsch nach einem eigenen Aquarium geweckt. Man lernte sich schnell kennen und schätzen. So wusste beispielsweise der Zoohändler aus Forchheim, dass Prütting in Erlangen wohnt. War es zu kalt, gab er ihm keine Tubifex ab - im Fluss gefangene Wasserflöhe, die als Fischfutter dienen - schließlich hätten diese den Transport nicht überlebt. Heute dagegen gibt es kaum noch Läden, die größere oder kleinere Aquarien mit Fischen haben, selbst in Baumärkten werden keine Tiere mehr verkauft.
Für die Vereinsmitglieder hält der Verein Deutscher Aquarianer (VDA) eine Züchterliste für Käufer und Verkäufer parat. Außerdem veranstaltet der VDA regelmäßige Fischbörsen, bei denen sich die Aquarianer mit allem eindecken können, was sie für ihr Hobby brauchen.


Zum Fressen gern

Die Auswahl der Fische geschehe weniger nach deren Schönheit, sondern danach, ob sie sich miteinander vertragen und zueinander passen. "Schwimmt beispielsweise ein Skalar durchs Becken, hat er Neonfische zum Fressen gern", weiß Heinz Hornig nicht nur aus eigener Erfahrung.
Zwar ist ein Aquarium auch mit etwas Arbeit verbunden, doch das stört die Aquarianer nicht. Je nach Standort müssen beispielsweise gelegentlich die Scheiben geputzt und die Algen entfernt werden. "Bekommt das Aquarium viel Sonne ab, wachsen auch die Algen gut", sagt Heinz Hornig.
Gab es früher noch keine Futterautomaten, mit denen die Fische gefüttert wurden, ist es heutzutage leichter, die Tiere für ein paar Tage allein zu lassen und zum Beispiel in den Urlaub zu fahren. Wenn - was sich keiner wünscht - das Wasser aus dem Aquarium einmal auslaufen und sich einen Weg in die darunter liegende Wohnung bahnen sollte, dann ist für die Vereinsmitglieder dieser Schaden sogar versichert.