Der Baiersdorfer Stadtrat hat einstimmig den Haushalt 2018 verabschiedet. 15,5 Millionen Euro umfasst er im Verwaltungsbereich und 6,8 Millionen im Vermögenshaushalt. Baiersdorf nimmt keine neuen Kredite auf, tilgt aber 2,3 Millionen Euro, so dass am Jahresende der Schuldenstand bei 8,1 Millionen Euro liegen wird.
Damit ist das Ziel erreicht, dass zehn Jahre nach der Hochwasserkatastrophe die damals notwendigen Kredite halbiert sind. Zwar liegt die Verschuldung noch höher als vor 2007, beträgt aber pro Kopf nur mehr 1000 Euro.
Die hohen Investitionen kann Baiersdorf zum einen dank der guten Entwicklung der Steuereinnahmen stemmen, zum anderen dank anstehender Grundstücksverkäufe für etwa 2,9 Millionen Euro. Hinzukommen noch ausstehende Fördergelder in Höhe von 1,3 Millionen Euro und die gleiche Summe als Ablöse aus der Übertragung des Mittelschulgebäudes an den Schulverband.
Dessen Mitglieder schlossen einen Erbbauvertrag ab und zahlen in den nächsten zehn Jahren zwei Millionen Euro an die alten Gebäudeeigentümer, die Kommunen Baiersdorf, Bubenreuth und Möhrendorf.
"Wir haben noch Luft", beschrieb Bürgermeister Andreas Galster (CSU) die Situation. Ursache hierfür ist die Verschiebung des Straßenausbaus in der Hauptstraße ins nächste Jahr, wie dies die Anwohner wünschten. Die Größenordnung liegt bei rund zwei Millionen Euro.


Straßenausbaubeiträge

Unwägbarkeiten bringt die Absicht der Staatsregierung mit sich, die Straßenausbaubeiträge abzuschaffen. Kämmerer Hans Hofmann hat deshalb noch ausstehende Beiträge für den Ausbau der Judengasse auf Null gesetzt und einkalkuliert, dass von den schon geleisteten Summen etwas zurückgezahlt werden muss.
Die künftige Finanzierung von Straßenausbauten, so Galsters Exkurs, war Thema des mittelfränkischen Städtetags. Insgesamt fordern Bayerns Kommunen vom Staat 100 Millionen Euro, die benötigt werden, wenn die bestehenden Ausbauprogramme fortgeführt werden.
Die Besonderheit bei Baiersdorf ist, dass der Bedarf sogar steigt. Über Jahre hinweg war die Stadt dabei, ihre Anteile an den Baumaßnahmen an Autobahn, Eisenbahnlinie und Staatsstraße zu leisten. Dadurch seien örtlich Maßnahmen immer wieder zurückgestellt worden, die nun dringend angegangen werden müssten.
Fast 800 000 Euro hat Baiersdorf für den Erwerb von Grundstücken für Wohnbebauung eingesetzt. Der Spielraum dafür entstand unter anderem aus reduzierten Schlusszahlungen für die Bahnhofsunterführung und die Eisenbahnbrücke.


Steigende Wirtschaftskraft

Jürgen Ries (SPD) freute sich über die steigende Wirtschaftskraft Baiersdorfs, sah aber zugleich die Folge, dass die Kreisumlage auch bei gleichbleibendem Hebesatz in der Summe steigt. Er vermisste einen Ansatz im Haushalt für einen Kindergartenneubau: Hier müsse ab 2019 kräftig aufgestockt und der Standort bald geklärt werden.
Christine Lepper (CSU) lobte die interfraktionelle Zusammenarbeit bei den Haushaltsvorberatungen, dem schlossen sich die weiteren Ratsgruppierungen mit besonderem Dank an den Kämmerer an.