Sind Sie schon im EM-Fieber? Am 11. Juni beginnt die Fußball-Europameisterschaft. In unserem EM-Countdown sprechen täglich bekannte Persönlichkeiten aus dem Sport über das anstehende Turnier.

Heute: Kevin Krawietz

Im dritten Gruppenspiel bekommt es Deutschland am 23. Juni mit Ungarn in München zu tun. In der Landeshauptstadt hat der Coburger Tennisprofi Kevin Krawietz seit einigen Jahren seine Wahlheimat gefunden. Dort wohnt er mit seiner Frau und Managerin Judit zusammen - eine gebürtige Ungarin.

"Als die Auslosung herauskam, habe ich sie ein bisschen aufgezogen und zu ihr gesagt, dass man Ungarn als Gegner nicht wirklich ernstnehmen könne. Hoffentlich stimmt das jetzt auch", so Krawietz lachend. Im Gegensatz zum 29-Jährigen, der auf Vereinsebene dem FC Bayern die Daumen drückt, hält sich die Fußball-Begeisterung bei seiner Frau in Grenzen. "Bei der letzten EM hat sie aber im Ungarn-Trikot und Schal beim Public Viewing im Biergarten voll mitgefiebert", erinnert er sich.

Aus deutscher Sicht sieht er dem Turnier positiv entgegen. "Dass Spieler wie Müller oder Hummels zurückkommen, macht schon einiges aus. An sich ist das Team schon saustark. Ich könnte mir vorstellen, dass der Auftakt etwas schleppend verläuft, sich die Mannschaft nach ein, zwei Siegen aber in einen Rausch spielt und dann das Halbfinale oder Finale erreichen kann."

Während der Fußball-Großereignisse ist Krawietz fast immer auf der Tour unterwegs und schaut die Spiele mit Tenniskollegen an. "Zuweilen ist das sehr amüsant, wenn Spieler aus unterschiedlichen Nationen zusammenschauen. Da entstehen schon kleine Rivalitäten", sagt der Coburger.

Wenn die diesjährige EM in die heiße Phase geht, wird Krawietz in Wimbledon weilen. Gut erinnern kann er sich noch an den 4:1-Achtelfinalsieg der Deutschen über England bei der WM 2010. Damals spielte er als 18-Jähriger in der "Juniors"-Kategorie. "Unser damaliger Bundestrainer hat ein Lokal gefunden, in dem nur deutsche Fans zugelassen waren. Die Stimmung war natürlich richtig gut. Nur danach mussten wir aufpassen, dass uns kein Engländer verprügelt", sagt er grinsend. mg