Überwintern unter der Lupe

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Max Schmucker führt in die Welt der Schmetterlinge in der kalten Jahreszeit.
Max Schmucker führt in die Welt der Schmetterlinge in der kalten Jahreszeit.
Elisabeth Assmann
Diese Raupe vom Großen Schillerfalter haben die Teilnehmenden gefunden.
Diese Raupe vom Großen Schillerfalter haben die Teilnehmenden gefunden.
Oskar Jungklaus

Information  Was machen Schmetterlinge in der kalten Jahreszeit? Dies erklärte der Biologe Max Schmucker bei einer besonderen Exkursion des Bundes Naturschutz. Was er den Teilnehmern und Teilnehmerinnen alles zeigte.

Der Bund Naturschutz hatte zu einer besonderen Exkursion bei Münnerstadt eingeladen. Es ging darum, wie Schmetterlinge überwintern, was sie in der kalten Jahreszeit machen. Der Biologe Max Schmucker konnte den Teilnehmern und Teilnehmerinnen Eier, Raupen und adulte Schmetterlinge zeigen.

Denn Schmetterlinge können in allen Stadien überwintern: als Falter zum Beispiel der Zitronenfalter und das Tagpfauenauge, als Ei die Zipfelfalter, als Raupe die Schillerfalter und Eisvögel, als Puppe der Schwalbenschwanz. Manche Falter fliegen sogar nur im Winter wie die Frostspanner.

Fundorte markiert

Für die Exkursion hatte Schmucker in minutiöser stundenlanger Vorbereitung unterwegs mit der Lupe die Fundorte markiert. Denn mit bloßem Auge ist da für den Laien wenig zu sehen, heißt es in einer Pressemitteilung des Bundes Naturschutz.

Schmetterlingsraupen sind oft auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert und fressen nur diese. Daher muss man bei der Suche nach Eiern und Raupen im Winter zuerst die richtigen Pflanzen finden.

So haben die Naturfreunde Raupen des Großen Schillerfalters auf Sal-Weide, Eier des Eichen-Zipfelfalters an Eichen, des Kleinen Schlehen-Zipfelfalters und des Nierenfleck-Zipfelfalters an Schlehen gefunden. Die Sackträger-Raupen bauen sich ähnlich wie Köcherfliegenlarven eine Behausung, die sie mit sich herumtragen und in der sie auch überwintern.

Erstaunlich auch, dass manche adulte Schmetterlinge bei null Grad Celsius noch aktiv sind. So fanden sich mit dem Schneespanner und dem Weißgrauen Breitflügelspanner, zwei ganz typische Falter zu dieser Jahreszeit. Bei beiden sind die Weibchen übrigens flugunfähig und besitzen nur sehr kleine Flügelstummel. Aus diesen Gründen, weil zum Beispiel Frostspanner auch schon in der kalten Jahreszeit fliegen, sollte das ganze Jahr über, auch im Winter, auf insektenschonende, sparsame Beleuchtung im Außenbereich geachtet werden.

Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Exkursion wurde durch den Spaziergang und die Funde entlang des Weges bewusst: Fast alle Insektenarten sind auch im Winter da, wenn auch unauffälliger. Wer ihnen helfen will, kann zum Beispiel Pflanzenstängel im Garten über den Winter stehen lassen, bis es wieder warm ist und die Insekten wieder aktiv werden. Gärten und Grünflächen sind wichtige Oasen für Insekten und sollten daher auch im Winter als Lebensraum respektiert und entsprechend behandelt werden.

Die Kreisgruppe des Bund Naturschutz bietet weitere Veranstaltungen und Angebote für Vereine, Schulen und Kitas im Rahmen des vom bayerischen Umweltministeriums geförderten Umweltbildungsprojektes „Faszinierende Welt der Nachtfalter“ an. Infos hierzu unter bad-kissingen.bund-naturschutz.de/ und per E-Mail bad-kissingen@bund-naturschutz.de red