Pinocchio oder Forrest Gump : „Von großen und kleinen Helden“

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Schlussapplaus nach dem Konzert „Von großen und kleinen Helden“.
Schlussapplaus nach dem Konzert „Von großen und kleinen Helden“.
Jochen Vogler

Das symphonische Blasorchester der Stadtkapelle Hammelburg begeisterte mit seinem traditionellen Frühjahrskonzert unter dem Motto „Von großen und kleinen Helden“.

Die Superhelden in den musikalischen Stücke ließen nicht lange auf sich warten: den fulminanten Konzertauftakt bildete der Superheld schlechthin – Superman. Im gleichnamigen Marsch kamen seine berühmten heroischen Eigenschaften eindrucksvoll zum Ausdruck. Im Laufe ihrer Moderation erklärte Saxophonistin Kerstin Becker charmant, dass nicht jeder Held mit Überlichtgeschwindigkeit fliegen muss, um als solcher zu gelten, sondern es im Chaos des Alltags viele kleine Helden zu finden gibt – man müsse sie nur mit dem Herzen sehen. Diese Botschaft zog sich wie ein roter Faden durch den Konzertabend und ließ sich auch auf die Vertonung des weltbekannten Kinderbuches „Der Wind in den Weiden“ anwenden, die zeigt, wie wichtig Freundschaft und Zusammenhalt sind.

Dirigent Christian Metz hat für sein Konzertprogramm „Von großen und kleinen Helden“ eine abwechslungsreiche Reise durch die unterschiedlichsten Welten zusammengestellt, die an der ein oder anderen Stelle auch zum Nachdenken einlädt. Mit der „Forrest Gump Suite“ erinnerte das Orchester daran, dass Ausdauer und Menschlichkeit manchmal die größten Stärken sind. „Am Ende wird alles gut – und ist es noch nicht gut, so ist es nicht das Ende“, so läuft Forrest Gump Schritt für Schritt barfuß durchs Leben und zeigt, dass man die Welt auch dann bewegen kann, indem man einfach weiter geht. Einen ungewöhnlichen Perspektivwechsel dagegen vertont Bert Appermont in „Gullivers Reisen“: Während flinke Holzbläserfiguren an winzige Füße im Land der Zwerge erinnern, symbolisieren breite Linien im tiefen Holz den Respekt vor den Riesen und warme Harmonien verklanglichen die verträumte Atmosphäre der schwebenden Insel Laputa. In seiner Ansprache dankte Vorstand Klaus Schäfer allen Zuhörern, Helfern und Musikern und stellte traditionsgemäß die neuen Mitglieder der Stadtkapelle auf der Bühne vor.

Auch weitere bekannte Helden durften im Verlauf des Abends nicht fehlen: Mit Pinocchio und Huckleberry Finn brachte das Orchester eine bunte Mischung aus Kindheitserinnerungen, Ernsthaftigkeit und Abenteuerlust musikalisch auf die Bühne. Nach einem erfolgreichen Konzertabend freut sich die Stadtkapelle Hammelburg schon auf den nächsten Termin: am 5. und 6. Juli findet im Garten des Musikerheims das alljährliche Gartenfest statt. red