Zum ersten Mal war unsere Vorsitzende Edeltraud Spies Reiseleiterin bei der Wochenwander- und Kultur-Fahrt des Rhönklubs Hammelburg. Sie führte uns in ihre Heimat nach Österreich in die schöne Steiermark nach Admont. Zusammen mit Herbert Schreck hatte sie ein attraktives Programm vorbereitet.
Am ersten Tag wanderten wir auf der Tauplitzalm, dem auf 1600 Metern Meereshöhe höchstgelegenen Seenhochplateau Europas, eine wunderbare Landschaft, bergauf und bergab, von einem See zum andern zur Traveng-Almhütte. Am Dienstag Besichtigung der Basilika und der Klosterbibliothek der Benediktiner-Abtei Admont mit Führung. Die Stiftskirche wurde bereits 1074 geweiht. Die Bibliothek (ein Raum, 70 m lang) ist die größte Klosterbibliothek der Welt mit ca. 60.000 Bänden. Allerdings ist sie nur „Schaubibliothek“, sie kann für Studien- oder Forschungszwecke nicht benutzt werden. Der Raum an sich ist ein einziges Kunstwerk der Barock-Malerei. Dem Stift angeschlossen ist ein Gymnasium. Am Nachmittag Wanderung zur Lahnalm, mit kräftiger Hüttenbrotzeit und mit Volksmusikern eine tolle Hüttengaudi. Dann Ausflug nach Bad Aussee zum Altauersee mit Wanderung zum Hotel Seewiese, mit herrlichem Blick auf den Dachsteingletscher und auf die Steilwände des Loser. Zurück per Fuß oder mit einem Boot, wieder ein landschaftliches Schmuckstück.
Am Donnerstag Stadtführung in Schladming. Der Ort selbst hat knapp 7.000 Einwohner, aber nach Wien und Salzburg die drittgrößte Anzahl an Übernachtungsgästen. Im Jahr 2025 waren es rund 3,5 Millionen. Verursacht vor allem durch internationale Ski-Veranstaltungen im Winterhalbjahr - pro Tag bis zu 17.000 aktive Skifahrer. Wegen ihres außergewöhnlich gestalteten Blumenschmucks im Gemeindebereich wurde Schladming bereits viermal zur schönsten Stadt Österreichs gewählt. Nicht umsonst hat die Stadt als Schlagwort gewählt: „Hier trifft man sich“. Der letzte Wandertag führte in den Nationalpark „Gesäuse“ und das Johnsbachtal. Zwei Ranger führten uns mit fachkundigen Erklärungen zu Geologie, Flora und Fauna. Dabei lernten wir einen für die Kriterien eines Nationalparks wichtigen Grundsatz: „Die Natur bewertet nicht, nur der Mensch bewertet.“ Nach dem Abendessen hatte unsere Vorsitzende als Überraschung „D‘́Hochtausinger“ engagiert: eine Schuhplattler-Gruppe (sechs Männer in Tracht, ein Akkordeon-Spieler mit einer „Steyrischen“ und ein Kontrabass), ein echter Augenschmaus, wie grazil und exakt Männer schuhplatteln können.
Am nächsten Tag Schloss Trautenfels, ein barockes Baujuwel am Fuße des alleinstehenden „Hausbergs“ Grimming. Das renovierte Schloss bietet faszinierende Impressionen von Kultur und Natur des Bezirks Liezen und ein Heimatmuseum zu den Traditionen des Ennstales. Der Grimming ist ein zuverlässiger Wetteranzeiger für die Gegend: „Hat der Grimming einen Hut, wird das Wetter gut. Hat der Grimming einen Schleier, wird das Wetter ungeheier (ungeheuer).“ Abschließend besuchten wir noch die Wallfahrtskirche Frauenberg im gleichnamigen Geburtsort unserer Vorsitzenden.
Die Rückreise über Passau war unterbrochen durch einen Aufenthalt in der Schokoladen- und Pralinen-Manufaktur Seidl-Confiserie in Laaber. Da kamen die Schleckermäulchen auf ihre Kosten, volle Tüten waren nicht zu übersehen. Gerhard Becker bedankte sich im Namen der Reisegruppe bei Edeltraud Spies mit Spezialitäten aus der Steiermark für die schöne Woche. Und wir danken unserem souveränen Busfahrer Toni Altas. Es war eine informative, abwechslungsreiche Reise mit bleibenden Naturerlebnissen.
Franz Herrler