Von diesem Zeitpunkt an kann sie sich vollständig dem Schreiben widmen und ihren Lebensunterhalt als freie Autorin im Selfpublishing bestreiten. Das bedeutet allerdings, dass sie nicht nur schreibt, sondern als Selfpublisherin zahlreiche Aufgaben selbst übernimmt, die bei einem klassischen Verlagsautor vom Verlag erledigt werden. Sie kümmert sich um ihre Buchhaltung, organisiert Lesungen und Messeauftritte und übernimmt den Buchsatz ihrer Romane und Novellen. Auch Marketing und Social Media gehören zu ihrem Arbeitsalltag.
Auf Social Media
Gerade Social Media erlebt sie dabei als „zweischneidiges Schwert“. Einerseits bieten Social-Media-Kanäle, Rezensionen, Rankings und Bestsellerlisten die Möglichkeit, die eigenen Bücher sichtbar zu machen. Andererseits sind sie oft schonungslos und laden dazu ein, sich ständig mit anderen Autorinnen und Autoren zu vergleichen. Der daraus entstehende Druck, „nicht abgehängt zu werden“, sei „enorm“.
Gleichzeitig schätzt Phillippa Penn die Vernetzung innerhalb der „Autorinnen-Bubble“. Zwei- bis dreimal pro Woche tauscht sie sich zu festen Terminen online mit Kolleginnen aus. Dieser Austausch gibt ihr Kraft und bringt Struktur in ihren Arbeitsalltag.
Denn das freie, künstlerische Arbeiten erlebt sie gleichermaßen als „toll und schwierig“. Es verlangt ein hohes Maß an Selbstdisziplin. Deshalb hat sie sich ein tägliches Schreibziel von 1600 Wörtern gesetzt. Wenn es trotzdem einmal nicht weitergeht, helfen ihr Spaziergänge oder Sport dabei „Klarheit zu finden“.
In ihrer Freizeit liest sie weiterhin viel oder hört Hörbücher – am liebsten mit ihrem Strickzeug in der Hand. Außerdem liebt sie ihren Garten und die Musik. Gerade beim Musikhören entstehen häufig Ideen für ihre Bücher.
Ansonsten, sagt sie, suche sich nicht gezielt nach Inspiration. Ihre Ideen seien „einfach da“. In ihrem Kopf befinde sich eine ganze „Ideenkartei“ und die Schwierigkeit sei eher, dass die Zeit nicht reiche, alle ihre Einfälle umzusetzen.
Als „größten Feind origineller Gedanken“ bezeichnet sie vollgepackte Terminpläne und durchgetaktete Tage. Die Kunst bestehe darin, „die freigeschaufelte Zeit nicht zu füllen“. Denn nur wer sich gelegentlich erlaube, nichts zu tun, könne wirklich kreativ sein.
Bei ihrer Lesung in Aura wird Phillippa Penn aus den ersten beiden Bänden ihrer aktuellen Romance-Reihe „Piper House“ lesen. Außerdem gibt sie einen exklusiven Einblick in ihre Kurzgeschichtensammlung, die im Herbst erscheint. Auch in diesem Buch wird die Autorin dem Romance-Genre treu bleiben, denn sie ist überzeugt: „Die Welt braucht mehr Liebesgeschichten. Die Leute sind zu feindselig.“ red