Am Montag vor Christi Himmelfahrt machten sich die Nüdlinger Wallfahrer wieder auf den Weg nach Vierzehnheiligen. Die traditionsreiche Wallfahrt stand in diesem Jahr unter dem Titel „Hab Mut, steh auf!“, dem Motto des Katholischen Kirchentages in Würzburg. Statt frühlingshafter Temperaturen erwarteten die Teilnehmer Wetterbedingungen, die eher an den späten Winter erinnerten, wie es in einer Pressemitteilung heißt.
Insgesamt nahmen in diesem Jahr 61 Frauen und Männer an der Wallfahrt teil. Auch wenn die Zahl damit geringer war als in manchen früheren Jahren, zeigte sich Wallfahrtsführer Oliver Speck sehr erfreut über die Zusammensetzung der Gruppe. Besonders freute er sich darüber, dass fünf Neulinge mit auf dem Weg waren und so die lange Tradition der Nüdlinger Wallfahrt weitergetragen wird.
Einen wichtigen Beitrag zur Atmosphäre leisteten zudem elf Musikantinnen und Musikanten, die mit ihren Klängen immer wieder neue Kraft und Zuversicht vermittelten.
Kaltes Wetter, kräftiger Wind und anhaltender Regen prägten die Wallfahrt an allen Tagen. Die sogenannten Eisheiligen machten ihrem Namen alle Ehre und setzten den Pilgern spürbar zu. Statt Sonnencreme und kurzer Hose waren diesmal Wollmütze, Handschuhe und Regenschirm angesagt. Ein erfahrener Wallfahrer merkte an, dass er sich in den knapp fünf Jahrzehnten seiner Teilnahme nicht an derart winterliche Temperaturen erinnern kann.
In der Nothelferbasilika fanden die Wallfahrer bei Pater Stanislaus aufmunternde Worte. Auch in Aidhausen machte Pfarrer Woch den Pilgern mit seiner Predigt Mut, und auch der Humor kam nicht zu kurz.
Ein besonderes Erlebnis hatten die Pilger kurz vor Goßmannsdorf. Während strömender Regen niederging und zugleich die Sonne durch die Wolken brach, spannte sich plötzlich ein hellglänzender Regenbogen über die Wallfahrt. Für zahlreiche Teilnehmer war dieses Naturschauspiel einer der bewegendsten Augenblicke der gesamten Tage und wird noch lange in Erinnerung bleiben.
Nach der Ankunft stand schließlich noch ein besonderer Moment auf dem Programm: Wallfahrtsführer Oliver Speck und sein Stellvertreter Florian Schneider ehrten verdiente Pilgerinnen und Pilger. Andrea Hahner und Stefan Schulz wurden jeweils für ihre siebte Teilnahme an der Wallfahrt ausgezeichnet. Eine besondere Ehrung erhielt Georg Erhard, der bereits zum vierzehnten Mal mitgepilgert war und dafür die goldene Anstecknadel bekam.