Ärztesymposium: Innovative Technologien revolutionieren die Medizin

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Monika Reuß-Borst beim Vortrag im Kursaal von Bad Bocklet. Claudia Volland
Monika Reuß-Borst beim Vortrag im Kursaal von Bad Bocklet. Claudia Volland

Wie verändern neue Therapien, wissenschaftliche Erkenntnisse und innovative Technologien die Medizin? Darum ging es beim 10. Herbst-Symposium der

Hescuro Klinik Bad Bocklet im Kursaal von Bad Bocklet. Knapp 80 Ärztinnen und Ärzte folgten laut Pressemitteilung der Einladung von Prof. Dr. Monika Reuß-Borst, Ärztliche Direktorin der Hescuro Klinik Bad Bocklet und Bad Kissingen und wissenschaftliche Leiterin der Veranstaltung.

Namhafte Referentinnen und Referenten beleuchten zentrale Umbrüche der modernen Medizin: von der Revolution der Rheuma-Therapie durch Biologika und CAR-T-Zellen über die molekulare Wirkung von Bewegungstherapie bis hin zu robotisch assistierter Knie- und Hüftendoprothetik.

Für die Gastgeberin war der Tag zugleich ein Jubiläum. Prof. Dr. Monika Reuß-Borst

betonte: „Es freut mich sehr, dass sich das Herbst-Symposium in diesem Jahr zum zehnten Mal jährt. Die Medizin entwickelt sich in einem Tempo, das sich im Praxisalltag kaum allein verfolgen lässt. Deshalb ist es wertvoll, dass wir Kolleginnen und Kollegen hier die Gelegenheit geben, neue Erkenntnisse einzuordnen und direkt miteinander ins Gespräch zu kommen. Am Ende profitieren davon unsere Patientinnen und Patienten.“

Prof. Dr. Monika Reuß-Borst, zeigte in ihrem Vortrag, wie sich die Behandlung entzündlichrheumatischer Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten verändert hat. Zu den ersten großen Fortschritten zählte die Einführung von Kortison, später folgte Methotrexat (MTX), das bis heute zu den wichtigsten Rheumamedikamenten gehört. Einen weiteren Meilenstein markierte die Entwicklung von Biologika.

Dr. Jan-Gerd Rademacher, Oberarzt an der Abteilung für Nephrologie und Rheumatologie der Universitätsmedizin Göttingen, widmete sich in seinem Vortrag „CAR-T-Zellen in der Rheumatologie – Ende der Dauertherapie?“ einem innovativen Therapieansatz bei Autoimmunerkrankungen. Die CAR-T-Zelltherapie ist bislang vor allem aus der Behandlung bestimmter Krebserkrankungen bekannt. Dabei werden körpereigene T-Zellen außerhalb des Körpers gentechnisch verändert und mit einem speziellen Rezeptor ausgestattet. Nach der Rückgabe über eine Infusion können sie gezielt bestimmte Zellen des Immunsystems erkennen und bekämpfen. Dieser Ansatz wird zunehmend auch für Autoimmunerkrankungen untersucht.

Dr. Maximilian Koeppel vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg beleuchtete in seinem Vortrag „Exerkine statt Rezeptblock: Die molekulare Evidenz der Bewegungstherapie“, wie körperliche Aktivität auf molekularer Ebene wirkt. Im Mittelpunkt

standen sogenannte Myokine: Botenstoffe, die bei Muskelkontraktionen freigesetzt werden und mit anderen Organen und Geweben kommunizieren. Sie können unter anderem Stoffwechsel- und Entzündungsprozesse beeinflussen.

Die Wirkung von Alkohol

Witold Rak, Facharzt für Allgemeinmedizin und Hausarzt in Gießen, beleuchtete in seinem Vortrag die vielfältigen Formen des Drogen- und Substanzmissbrauchs und deren Auswirkungen auf Menschen mit Diabetes. Dabei machte er deutlich, dass nicht nur illegale Drogen, sondern auch Alkohol, Nikotin, Medikamente und chemische Produkte bei missbräuchlicher Verwendung erhebliche gesundheitliche Risiken bergen.

Prof. Dr. Christian Hendrich, Ärztlicher Direktor des Orthopädischen Krankenhauses Schloss Werneck, berichtete in seinem Vortrag über die Möglichkeiten der robotisch assistierten Knieendoprothetik. Das Schloss Werneck setzte 2013 erstmals einen Roboter für Schlittenprothesen ein und gehörte 2017 zu den ersten Einrichtungen außerhalb der USA, die das System auch beim vollständigen Kniegelenkersatz verwendeten.

Frühzeitig mobilisieren

Neben der präzisen OP-Planung tragen moderne Narkoseverfahren und eine optimierte Schmerztherapie dazu bei, dass die Patientinnen und Patienten frühzeitig mobilisiert werden können,wie er erklärte.  red