Acker in Waizenbach könnte zu Gewerbefläche werden

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Der Gemeinderat hat sich in seiner jüngsten Sitzung unter anderem mit Tourismus, Streuobstwiese und einer Anfrage zur Umwidmung von Acker- zu Gewerbefläche beschäftigt, geht aus dem Protokoll der Sitzung hervor.

Christian Kessler fragte an, ob die Umwidmung seiner Ackerfläche in Waizenbach als Gewerbefläche möglich sei. Er plant den Bau einer Montagehalle (15 mal 25 Meter) für seine Firma und eventuell eine weitere Halle zur Vermietung von Unterstellplätzen, wie aus dem Protokoll hervorgeht. Bisher ist die Fläche im Flächennutzungsplan als landwirtschaftlich ausgewiesen. Direkt südlich liegt bereits ein „Sondergebiet Holz“, wo Kessler einen Holzplatz betreibt, der für die angestrebte Nutzung jedoch zu klein ist und einen höheren Erschließungsaufwand erfordert.

Damit für die Gemeinde keine Kosten entstehen, müsste ein Erschließungsvertrag abgeschlossen werden. Alle Kosten für Planung, Erschließung und Verwaltung würde dann der Antragsteller übernehmen, heißt es dazu laut Protokoll. Die Waizenbacher Gemeinderäte berichteten, dass Anwohner das Vorhaben überwiegend unkritisch sehen; größte Bedenken bestehen wegen möglicher Immissionen. Auch wurde vorgeschlagen, einen Heckengürtel als Abgrenzung vorzusehen.

Geschäftsleiter Daniel Görke betonte, dass Grünordnung, Immissionsschutz und weitere Details im Bauleitplanverfahren geprüft werden. Die Gemeinde könne die Nutzung steuern. Rein gewerblich genutzte Flächen hätten Vorrang vor reinen Unterstellhallen, da diese nicht zur Entwicklung von Arbeitsplätzen oder Gewerbesteuereinnahmen beitragen.

Der Gemeinderat diskutierte, ob die südlich gelegene Holzverarbeitungsfläche in die Planung einbezogen werden sollte. Die Entscheidung dazu will man von der Position des Landratsamtes abhängig machen.

Im Ergebnis steht der Gemeinderat der Entwicklung einer Gewerbefläche südlich von Waizenbach grundsätzlich offen gegenüber und stellt die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans in Aussicht. Das Vorhaben soll vom Antragsteller weiter konkretisiert und vorbesprochen werden. Arbeitsplätze und gewerbesteuerpflichtige Unternehmen werden als Ziel genannt. Reine Unterstellhallen lehnt der Gemeinderat ab. Das Abstimmungsergebnis war einstimmig.

Sophia Papadopoulos vom Zweckverband „Frankens Saalestück“ stellte dem Gemeinderat die Arbeit und aktuellen Projekte des Verbandes vor. Der seit dem Jahr 2022 bestehende Zusammenschluss umfasst zehn Kommunen sowie den Landkreis Bad Kissingen und hat seinen Sitz in Hammelburg. Ziel ist es, die Region touristisch zu vermarkten, die Lebensqualität der Bewohner zu verbessern und die örtliche Wirtschaft zu stärken.

Papadopoulos präsentierte eine Übersicht über die touristischen Strukturen der Region und erklärte die Aufgaben des Verbandes. Zu den aktuellen Marketingaktionen zählen unter anderem die Entwicklung besonderer „Traumplätze“, die Installation von Selbstversorgerautomaten sowie Radservicestationen, die Digitalisierung von Wanderwegen und die Förderung des Thulba-Saaletal-Panoramawegs. Der Zweckverband verantwortet zudem Projekte der touristischen Entwicklung und Vermarktung. Betont wurde die wirtschaftliche Bedeutung des Tourismus. Gastronomie, Hotels, Direktvermarkter und andere Betriebe profitieren von den steigenden Besucherzahlen. Die Zusammenarbeit mit den Mitgliedsgemeinden soll weiter ausgebaut werden.

Grünes Klassenzimmer

Im Rahmen eines regionalen Projekts soll durch die Streuobstwiese in Dittlofsroda ein Lehrpfad entstehen. Die Grundschule wird eingebunden, der Pfad dient künftig auch zur Bildung. Die Wege östlich des Gerstenbergs werden für Bürger und Interessierte erweitert und mit bestehenden Wanderwegen verknüpft. Für Schulklassen und Gruppen bietet der Lehrpfad künftig Informationen zu verschiedenen Klimaschutzmaßnahmen, heißt es im Protokoll.

Schulkinder gestalteten Bilder zum Thema „Streuobstwiese“, der Gemeinderat beriet, wie diese in den Lehrpfad eingebunden werden können. Weiter wurde die Ausstattung des Pfads besprochen – etwa Beschilderung, Tafeln und Erlebniselemente zum Thema Klimaschutz, Hochwasserschutz und Streuobstwiese.

Im Förderantrag wurden 15.000 Euro für Beschilderung und Informationstafeln eingeplant. Der Fördersatz beträgt 90 Prozent. Ziel ist eine Art „grünes Klassenzimmer“ zu erschaffen, das von den Schülerinnen und Schülern dauerhaft weiterentwickelt werden soll. Bürgermeister Markus Koberstein regte die Gründung eines Arbeitskreises an. Die Umsetzung muss bis Ende des Jahres erfolgen.

Der Gemeinderat stimmte dem Bauantrag für einen Milchviehstall in Dittlofsroda zu. red