Das Frankenlied "Wohlauf, die Luft geht frisch und rein" schmetternd, marschieren die Altenkunstadter Musikanten von der Baiersdorfer Straße in den Pausenhof. Den Bläsern und Trommlern folgt ein langer Zug von Burgfräuleins, Rittern, Handwerkern, Mägden, Bauern, Geistlichen und Dorfschulmeistern in historischen Gewändern. An Vielfalt und originellen Ideen kaum zu überbieten war das große Schulfest, zu dem die Altenkunstadter Grundschule eingeladen hatte. Unter dem Motto "Eine Reise in die Vergangenheit" präsentierten Schüler und Lehrer ein Programm, das bei Jung und Alt gut ankam.

"Gott zum Gruße und willkommen an der Schola Altenkunstadt", rief Rektorin Margarete Greich-Hewera den Besuchern zu. "Wir wollten uns bei unserem Trip in die Vergangenheit bewusst nicht auf eine Epoche beschränken", erklärt die Schulleiterin, die im Outfit eines strengen Dorfschulmeisters mit schwarzem Anzug, Zylinder und Stock kaum wiederzuerkennen war. Man habe den Ausflug in frühere Jahrhunderte in den Unterricht integriert und somit zur Bildung der Kinder beigetragen. Außerdem informierte Bürgermeister Robert Hümmer über die geplante Generalsanierung der Grundschule.

Mit der Schulhymne "Altenkunstadt, unsere Schule ist wunderschön" eröffneten Schüler und Lehrer den bunten Reigen. Gesungen wird das Lied nach der Melodie der Volksweise "Tiritomba". "Es ist schon toll, dass wir unsere eigene Hymne haben", sagte Greich-Hewera. Speziell den Omas gewidmet war ein Medley altvertrauter Kinder- und Volkslieder. Zu hören waren beliebte Weisen wie "Es klappert die Mühle am rauschenden Bach", "Im Frühtau zu Berge" und "Das Wandern ist des Müllers Lust". Die Schüler bereicherten die Darbietungen mit Tänzen und Lehrerin Yvonne Kern begleitete den Gesang auf dem Elektroklavier.

Im Juli wird die Schulspielgruppe bei einer Theateraufführung von Begebenheiten aus Altenkunstadt und Umgebung berichten, die sich tatsächlich zugetragen haben sollen und so manchem Ort zu einem Spitznamen verholfen haben.


Eine Glocke, die nicht läuten will

Einen Vorgeschmack boten die jungen Schauspieler beim Schulfest. Sie machten die Besucher mit den "Drei edlen Damen von der Burg Niesten" und dem "Tagelöhner Hans ve Baaschdorf" (Baiersdorf) bekannt. Die "sitzngebliebna Aldnkuschdä Hiefnklüeß" durften ebenso wenig fehlen wie die "Prügeler Glocke", die ausgerechnet am Tag ihrer Weihe keinen Ton von sich geben wollte.

Abwechslungsreich war das Familienprogramm im Anschluss mit Angeboten für Jung und Alt. Wer sich gern kreativ betätigte, bastelte Schweifbälle, Radmühlen, Buttons mit Motiven aus der Vergangenheit oder ein Ritter-Kostüm mit Helm, Schutzschild und Schwert.

Die Besucher machten eine Zeitreise zum Thema "Als Oma und Uroma zur Schule gingen", lauschten Rittergeschichten und vertrieben sich mit Brettspielen des 19. Jahrhunderts die Zeit. Dazu gab es einen Einblick in die Pausenspiele längst vergangener Zeiten. Wer wissen wollte, wie die Lehrer in jungen Jahren ausgesehen haben, machte beim "Historischen Lehrer-Bilder-Quiz" mit.

Gebrauchsgegenstände von früher, darunter eine Waage, ein Kartoffel-Reibeisen und mehrere Bügeleisen, gab es bei einer Ausstellung in der Aula zu sehen. Als aufregende Angelegenheit erwies sich die "Historische Rallye durch Altenkunstadt". Schöne und nützliche Preise gab es dann bei der Tombola.