3570 Kilometer sind sie gelaufen, und darauf können sie wirklich stolz sein! "Coach" Hubert Gehrlich zu dieser Leistung: "Der Lauf hat gezeigt, dass viele Schüler zu großem Engagement und Solidarität ...
3570 Kilometer sind sie gelaufen, und darauf können sie wirklich stolz sein! "Coach" Hubert Gehrlich zu dieser Leistung: "Der Lauf hat gezeigt, dass viele Schüler zu großem Engagement und Solidarität fähig und durchaus willens sowie in der Lage sind, sich bis an die Grenzen anzustrengen." Insgesamt 357 Gymnasiasten waren registriert, als der krönende Abschluss der Projektwoche in Form des Schulfestes stattfand.
Beides stand unter dem Motto "Ookumma. Heimat und Ferne". Dass "dahaam" und "woanders" gar nicht so weit auseinanderliegen müssen, zeigt das Ergebnis des Spendenlaufs. Die 3570 Kilometer entsprechen tatsächlich fast auf den Kilometer genau der Strecke, die man zu Fuß zurücklegen müsste, um in das nordirakische Mangesh zu kommen. Dort nämlich befindet sich der interkonfessionelle Kindergarten, dessen Unterhalt die Schule mittels der Initiative Christlicher Orient (ICO) nun mit einer großzügigen Spende von über 20 000 Euro unterstützen kann. Damit hatte der stellvertretende Schulleiter Hubert Gehrlich nach eigenen Aussagen in seinen "kühnsten Träumen" nicht gerechnet.
Was ist Heimat? Was bedeutet sie für mich und für andere? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigten sich die Schüler des Gymnasiums vier Tage lang im Rahmen einer Projektwoche. Bis dato hatten sich sicherlich die wenigsten schon einmal so intensiv mit ihrer Heimat auseinandergesetzt. Insgesamt hatten die Lehrkräfte 40 Projekte zur Auswahl gestellt, die das Leitthema in unterschiedlichsten Ausprägungen umsetzten oder aber der Planung und Durchführung des Schulfestes dienten. Die Ergebnisse dieser Arbeit waren teils überraschend, bewegend oder aber auch amüsant.
"Käffer-Quartett" spielen
Hier konnte man ein "Käffer-Quartett" mit den Dörfern des Stadtgebiets spielen und auch erwerben, dort über das Ergebnis der Recherche über das Schicksal jüdischer Lichtenfelser nachdenken, an einem Fränkisch-Quiz teilnehmen oder Familienstammbäume bestaunen. Dies alles konnten die Besucher des Schulfestes nach der offiziellen Eröffnung durch Stefan Völker und der musikalischen Einstimmung auf den Nachmittag durch die Bigband erleben.
Als kurze Zeit später der Startschuss für den zweieinhalbstündigen Spendenlauf auf einer ein Kilometer langen Strecke um das Schulgelände herum fiel, war allerdings kurzzeitig etwas Ruhe bei den Ausstellungsflächen eingekehrt, denn entweder nahmen die Anwesenden aktiv am Spendenlauf teil, oder aber sie feuerten die Läufer lautstark entlang der Strecke an. Nach diesen Anstrengungen gönnten sich die zahlreichen Besucher eine Stärkung im französischen Bistro, bei von Schülern eigens hergestellten Hutkrapfen, fränkischen Bratwürsten oder Kaffee und Kuchen.
Und wer denkt, die Schüler hatten nach den Strapazen des Laufs schon genug, der irrt sich. Hier wurden Theaterstücke besucht, dort selbst gebaute Insektenhotels erworben, eine Rekonstruktion der Burg Niesten begutachtet oder Flechtkunstwerke bestaunt.
Ein Höhepunkt unter vielen stellte die Fotoausstellung dar, die eine Schülergruppe des MGL gemeinsam mit der Flüchtlingsklasse der Berufsschule
Lichtenfels erstellt hatte und Jugendliche wie Prominente aus Landkreis, Stadt und Schule zeigten, wie sie sich selbst sehen und wie andere sie wahrnehmen. Für Buchwürmer gab es einen großen Bücherflohmarkt zugunsten der Leseecke.
mbl