Am Sonntag, 17. November, um 17 Uhr wird es für den gebürtigen Hirschaider Michael Saffer ernst: Mit einem rund zweistündigen Konzert will er seinem Studium des Blasorchesterdirigats die Krone aufsetzen. Gut 400 Zuhörer erwartet er in der Regnitzarena in Hirschaid. Ein Highlight das viel Vorbereitung braucht - persönlich und im Musikverein.

Mit acht Jahren saß der junge Musiker bereits am Akkordeon im Gesangsverein in Hirschaid. Schnell war klar: Die Musik hatte Saffer gepackt. Mit der Posaune im Gepäck wagte er sich nach Würzburg und Weimar, um seinen Diplommusiklehrer zu machen. Ein Intermezzo bei der Staatskapelle am Nationaltheater war auch noch drin. Nach dem Studium hielt es ihn nicht lange in der Heimat. In Wien stand mit dem Konzertfachstudium die nächste Herausforderung an.

Erfolgreiche Lehrjahre

Und die Lehrjahre haben sich ausgezahlt: Saffer leitet nicht nur seit 2015 die Musikschule in Strullendorf. Als Dirigent schwingt er seit einigen Jahren den Taktstock bei den symphonischen Blasorchestern in Pettstadt und im Zeegenbachtal. Und seit September fiebern 70 Musikanten dieser beiden Orchester dem Tag des Masterkonzerts entgegen.

"Ich kann auf meine Orchester zählen, die sind es gewohnt, auf Leistung zu spielen", erzählt Dirigent Saffer. Denn bei der Bewertung des Konzerts gehe es nicht nur um sein eigenes Abschneiden, sondern auch den Auftritt der Menschen an den Instrumenten.

Während des Konzerts wird die Jury Saffer auf die Finger schauen. Sein Professor Ernst Oestreicher wird dabei unterstützt von Landesdirigent Frank Ebert sowie vom Komponisten und Musiktheoretiker Markus Reißenberg.

Damit alles klappt, sei es wichtig, auf jeden Musiker einzugehen. "Ich will natürlich alle nach ihren Möglichkeiten fördern", so der Dirigent. Und er weiß, dass er mit der Auswahl der Stücke sein Team herausfordert. Es sind ausschließlich sogenannte Ober- beziehungsweise Höchststufenstücke, die es in sich haben. "Da braucht man ein gutes Gehör, um zu merken, wenn etwas nicht passt", sagt Saffer. Sein Studium habe ihn bis hierher gut vorbereitet, vor einem entsprechend großen Orchester zu stehen und ein Konzert zu leiten. "Das bedeutet, ständig an sich selbst zu arbeiten", findet er.

Sieben Schlagwerke

Videos vom Dirigieren aufnehmen und anschauen, sich künstlerische Tipps geben lassen, das Handwerk verstehen - all das gehöre zusammen, damit eine richtige Dirigentenpersönlichkeit entstehen könne.

Neben einer großen Auswahl an Bläsern stehen sieben Schlagwerke mit Pauken, Röhrenglocken, Xylophon und Marimbaphon bereit. Der Klang von Harfe und Kontrabass macht das Orchester komplett.

Aber egal, ob die "Banditenstreiche" von Franz von Suppé oder Filmmusik aus Hollywood mit Rosano Galantes "Resplendent Glory", für Saffer hat jedes Stück seinen eigenen Reiz. Beim "Karneval von Venedig" gibt es ein Trompetensolo, das Professor Helmut Fuchs von der Staatskapelle Dresden zum Besten geben wird. Mit ihm besteht eine gute Freundschaft aus Studientagen.

Was wohl nach dem Abschluss seines Masters ansteht? "Ich werde weiter an meinen Orchestern in Pettstadt und im Zeegenbachtal arbeiten", verspricht der Hirschaider. Aber vielleicht kommen neue Herausforderungen schneller, als man denkt: "Ich kann einfach dem Spaß an neuen Dingen nicht widerstehen", meint Saffer und lacht.