Auch in den Details aus der Geschichte lernen

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Betrifft "Ausflug nach Coburg" vom 30. August, Bad Kissingen: Wir lernen, dass Coburg bis zur Wiedervereinigung von der Zonengrenze dreiseitig umgeben war. Dieser Sprachgebrauch der SPD-Senioren trägt...

Betrifft "Ausflug nach Coburg" vom 30. August, Bad Kissingen: Wir lernen, dass Coburg bis zur Wiedervereinigung von der Zonengrenze dreiseitig umgeben war. Dieser Sprachgebrauch der SPD-Senioren trägt dazu bei, dass nicht wenige Menschen sich abgehängt fühlen. Denn noch heute hört man hier in Bayern: Sie kommen ja aus der Zone!

Dagegen war 1989 in der BRD-Tagespresse überwiegend zu lesen: "Die Staatsgrenze wird geöffnet" (es gab ja zwei deutsche Staaten). Eine Zonengrenze gab es nach dem Zweiten Weltkrieg bis 1949 zwischen den Besatzungszonen. Selbst die CDU/CSU hat ab den 70er Jahren von einer innerdeutschen Grenze (nicht Zonengrenze!) gesprochen.

Die Verwendung solcher Kampfbegriffe des Kalten Krieges lassen viele Menschen den Westen und seine Bürger als überheblich empfinden, dem politischen System und seinen Repräsentanten zutiefst misstrauen, deutlich anfälliger für die Propaganda der AfD werden. Chemnitz und Sachsen sollten mahnen.

Die Frage ist daher brisant: Lernen wir aus der Geschichte? Die Erfahrung und der Besuch Coburg zeigen: Es ist möglich, aber nicht zwingend. Es ist sinnvoll, aber leider selten. Die Ge-schichte lehrt dauernd, aber sie findet bei den SPD-Senioren keine Schüler mehr.

Dieter Jonas

Bad Kissingen