Gespräche mit Bürgern, wie es denn mit der ärztlichen Versorgung weitergehe, hätten ihn auf den Gedanken gebracht, erklärte Bürgermeister Stefan Himpel in der jüngsten Lonnerstadter Gemeinderatssitzung: Im Obergeschoss des historischen Kleebauernhauses könne er sich eine Arztpraxis vorstellen.

Denn in zwei bis drei Jahren - das steht offensichtlich fest - werde der Ort keinen Arzt mehr haben, da die dort praktizierende Ärztin aufhöre. Habe man eine Praxis in dieser Lage anzubieten, sei das für einen neuen Arzt vielleicht attraktiv, meint Himpel. "Etwas Anderes haben wir zurzeit nicht."

Das Kleebauernhaus, ein im Jahr 1839 errichtetes ortsbildprägendes Gebäude, wird derzeit mit Zuschüssen der Städtebauförderung, des Denkmalschutzes und der Landesstiftung aufwändig saniert. Das Erdgeschoss wird vom Heimatverein genutzt, das Obergeschoss war bislang als Wohnung zur Vermietung geplant.

Auf der Tagesordnung standen eigentlich auch Gewerke zur Vergabe. Diese sollten jedoch auf Wunsch des Architekten noch aufgeschoben werden, da es verschiedene Dinge noch zu klären galt. Diese Zeit könne man nutzen, um mit dem Architekten über eine Umplanung zur Arztpraxis zu sprechen, fand Himpel.

Er möchte daher "langsamer vorgehen", die Arbeiten "etwas ruhen lassen" und mit dem Architekten sprechen. "Die Zeit sollten wir uns nehmen", findet Himpel. In einer Woche könne er vielleicht schon eine Kostenschätzung vorlegen.

"Für eine Arztpraxis gibt es ganz viele Auflagen. Warum sollen wir uns das antun", war die Reaktion von Horst Gäck. Wenn die Gemeinde ein Gewerbegebiet habe, könne man dort einen Neubau erstellen. "Das funktioniert nicht, dass ein neuer Arzt das so annimmt", zeigte sich Harald Kaiser skeptisch.

Für Himpel geht es vorerst nur um die Planung. Bei einer Praxis müssten zusätzliche Anschlüsse vorgesehen werden, und auch an die Ausstattung würden andere Ansprüche gestellt. Einen Außenaufzug anzubauen, hält er allerdings für zu kostspielig. Ein Treppenlift sei jedoch möglich.

"Wir bauen uns ein Gemeindehaus und vermieten es. Dann haben wir einen Neubau, und die Kosten laufen uns nicht davon", argumentierte Horst Gäck weiter. Er vertrat die Meinung, zu diesem Thema müsse eine übergeordnete Fachstelle, eventuell die AOK, hergeholt und gehört werden. Die notwendige Adresse will Gäck gern besorgen. Der Punkt wurde vorerst zurückgestellt.