Die konzeptionellen Überlegungen zur Erschließung des Entwicklungsgebiets "Gewerbegebiet Nord", die Ralf Kühnlein vom Ingenieurbüro Höhnen & Partner aus Bamberg am Dienstagabend im Gemeinderat vorstellte, stieß auf eine breite Zustimmung. Lediglich die Fraktion der "Bürgerliste Zukunft Himmelkron" lehnte mit den Stimmen von Wilhelmine Denk, Nicole Heydemann und Frank Günther das neue Verkehrskonzept ab, das neben dem Bau eines 65 Meter breiten Verkehrskreisels auch eine Anbindung an ein mögliches Gewerbegebiet in "Himmelkron-Nord" vorsieht.

Bürgermeister Gerhard Schneider (CSU) berichtete zunächst von einer Besprechung am 18. Februar im Staatlichen Bauamt Bayreuth. Hier sei vorgetragen worden, dass der Knotenpunkt an der Bundesstraße eine gewisse Unfallhäufigkeit aufweist. Aus diesem Grund sei "im Zuge umfangreicher Voruntersuchungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit" ein Kreisverkehrsplatz angedacht worden. Übwer ihn könnte auch ein neues Gewerbegebiet nördlich des Knotenpunkts angebunden werden, dessen Ausweisung in einem Bürgerentscheid zwar knapp, aber dennoch positiv beschieden worden war.

65 Meter Durchmesser

"Es ist ein Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 65 Metern vorgesehen. In der Vorplanung wurde neben der Führung der Radfahrer und Fußgänger zwischen der Bayreuther Straße und der Kulmbacher Straße auch nachrichtlich die Anlage einer Knotenpunktzufahrt zum Gewerbegebiet mit dem erforderlichen Bypass dargestellt", erläuterte Schneider.

Aufgabe des Büros Höhnen & Partner war es, für die weiteren Planungen die möglichen Auswirkungen eines neuen Gewerbegebiets näher zu untersuchen, damit keine späteren baulichen Änderungen im Bereich des Kreisverkehrs erforderlich werden. Und das betrifft laut Schneider auch mögliche vorgezogene unterirdische Infrastrukturmaßnahmen wie die Abwasserbeseitigung, die Wasserversorgung und den Einbau von Leerrohren.

Gemeinde geht in Vorleistung

Diese Kosten seien aber von der Gemeinde Himmelkron zu 100 Prozent zu tragen, machte Ralf Kühnlein deutlich. Ziel der möglichen vorgezogenen Maßnahmen sei die Vermeidung von späteren zusätzlichen Baukosten und auch von Verkehrsbeeinträchtigungen. Die Regierung von Oberfranken habe noch darauf hingeweisen, dass auch an die sichere Führung von Fußgängern und Radfahrern betrachtet werden müsse.

Ralf Kühnlein gab zunächst die Ergebnisse der Verkehrsuntersuchung aus dem Jahr 2020 bekannt. Am Nachmittag könne es schnell zu einer Überlastung kommen. "Während am Vormittag in der Spitzenstunde 1700 Fahrzeuge gezählt wurden, waren es am Nachmittag 2122."

Für die Kreuzung der B 303 durch Fußgänger und Radfahrer hielt der Verkehrsplaner Unter- und Überführungen für möglich. Allerdings sei diese Lösung aufwändig und teuer. Kühnlein plädierte daher für eine höhengleiche Querung im Bereich des Kreisverkehrs. Die technische Lösung sei einfach, große Umwege für Radfahrer und Fußgänger würden vermieden.

Gerhard Schneider sprach von einer "ausgezeichneten und durchdachten Planung", die für alle Verkehrsteilnehmer ein Mehr an Sicherheit bedeute. Was die Anbindung an ein mögliches Gewerbegebiet angeht, sah der Bürgermeister die Notwendigkeit, dies bei der jetzigen Planung zu berücksichtigen: "Ich kann mich den Empfehlungen der Regierung von Oberfranken und des Staatlichen Bauamts nicht mit gutem Gewissen verweigern."

Sebastian Herrmann (CSU) sprach von einer sinnvollen Lösung, die die Verkehrssituation entscheidend verbessern werde. Er verwies auch auf den Auftrag, den der Gemeinderat durch den Bürgerentscheid bekommen habe.

Manuel Gumtow (FW) sah mit der jetzigen Lösung zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: "Einmal wird die gefährliche Kreuzung beseitigt, und dann wird das Tor nach Norden in ein neues Gewerbegebiet geöffnet. Es ist eine sehr gute Lösung."

49 Prozent gegen Gewerbegebiet

Wilhelmine Denk (BZH) räumte ein, dass sich zwar viele Bürger den Kreisverkehr wünschten, aber 49 Prozent hätten sich beim Bürgerentscheid gegen ein weiteres Gewerbegebiet ausgesprochen.

Für Peter Aßmann (SPD) bringt der Kreisverkehr die gewünschte Entlastung, und Uwe Täuber (CSU) bezeichnete die Planung als sehr vorausschauend. Harald Peetz (CSU) stellte fest: "Wir haben Wort gehalten, denn wir haben dem Bürger versprochen, dieses Verkehrsproblem zu lösen. Wer will, dass diese Kreuzung weiterhin so unfallträchtig bleibt, der soll gegen den Kreisverkehr stimmen."

"Ich habe den Kreisel ja zusammen mit der Jungen Union gefordert, aber ich tue mir trotzdem leicht, ihn heute abzulehnen, denn wir wollen auf keinen Fall ein Gewerbegebiet Himmelkron-Nord", sagte Frank Günther (BZH). Bürgermeister Schneider hielt entgegen: "Wenn jemand einfach gegen das Gewerbegebiet ist, dann nimmt er auch die jetzige Verkehrssituation an der Kreuzung der B 303 hin. Wer den Verkehrskreisel ablehnt, nur weil er gegen das Gewerbegebiet ist, der macht es sich zu einfach."

Schneider bat das Planungsbüro noch, zu den vorbereitenden Maßnahmen der Gemeinde eine Kostenschätzung zu erstellen.