Karl-Heinz Hofmann Es bewegt sich sehr viel im Moment hinsichtlich Wohnungsraumschaffung in der Lucas-Cranach-Stadt. Neben den bisher noch teilweise im Hintergrund laufenden Gespräche und Planungen verschiedener Wohnraum-Baumaßnahmen konnte in der Sitzung des Bau-, Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsausschusses der Stadt Kronach am Donnerstag konkret über einige Maßnahmen entscheiden oder diese nach Beratung zur neuerlichen Vorlage zurückstellen. Ein weiteres Großprojekt ließ aufhorchen.

Die Firma Bauconcept Horst Hanna plant in der Friesener Straße den Neubau eines Appartementhauses für Pflegepersonal und betreutes Wohnen. Der Gebäudekomplex umfasst vier Wohnungsgeschosse. Darin sollen 42 Wohnungen (29 Ein- Zimmer-Appartements, sieben Zwei-Zimmer-Wohnungen und sechs Drei-Zimmer-Wohnungen) entstehen. Diese werden alle barrierefrei über Aufzug zu erreichen sein.

Neue Energiestandards

Zu den zehn Stellplätzen vor dem Haus plant der Investor eine Tiefgarage mit weiteren 18 Stellplätzen. Auf Nachfrage nach Einzelheiten informierte der Geschäftsführer und Investor von Bauconcept, Horst Hanna, ausführlich. Energetisch wird das Projekt nach Richtlinien in Technik und Komfort gebaut, die erst in 15 bis 20 Jahren Standard sein werden.

Der CO2 -Ausstoß wird unter Einsatz von Hochleistungskollektoren, großem Warmwasserspeicher und Pelletheizung sowie einer effizienten Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung auf ein Minimalmaß reduziert. Die Außenwände sollen aus 50 Zentimeter dickem, hochwärmedämmendem Mauerwerk gebaut werden. Weiterhin wird der eine auf dem Dach befindliche Photovoltaikanlage Strom in Batterien gespeichert, der zum Großteil im Gebäude verbraucht werden kann. Ladesäulen für Elektro-Fahrzeuge sind in der Tiefgarage berücksichtigt.

Fertigstellung Anfang 2022

Das Erdgeschoss wird vom BRK für die Kurzzeitpflege genutzt. Im ersten und zweiten Obergeschoss befinden sich Wohnungen für die Mitarbeiter, Ärzte etc. der Helios Frankenwaldklinik.

Im Dachgeschoss befinden sich größere Wohnungen mit Dachterrassen. Der Baubeginn dieses 40 Meter langen und 17 Meter breiten Gebäudes ist für Mitte dieses Jahres vorgesehen, die Fertigstellung des Projektes mit voraussichtlichen Gesamtkosten von rund 4,5 Millionen Euro soll Anfang 2022 sein. Bürgermeister Wolfgang Beiergrößlein (FW) zeigte sich von der Planung und sinnvollen Nutzung beeindruckt. Wohnungen für Mitarbeiter der Frankenwaldklinik wie auch die Erweiterung der Tagespflege für das BRK seien für alle eine Win-Win-Situation, so das Stadtoberhaupt, das auch im Namen des Gremiums dem Bauherrn dankte. Der Antrag erhielt einstimmiges Einvernehmen.

Diskussionen gab es hingegen um ein Projekt Am Kehlgraben. Der Antrag lautete auf Errichtung eines Mehrfamilienhauses mit acht Wohneinheiten.

Da verschiedene Abweichungen von den Festsetzungen des bestehenden Bebauungsplanes eingeplant sind, kam man nach Aussprache und Vorbringen von Bedenken und Anregungen und auch nach Anhörung zweier Nachbarn zu der Erkenntnis, den Antrag zurückzustellen, um vor allem wegen der vorgesehenen Bauhöhe mit dem Bauherrn und dessen Architekten einen Kompromiss zu finden.

Weitere Bauanträge

Eine Nutzungsänderung eines Geschäftsgebäudes in ein Wohngebäude mit elf Wohneinheiten in der Johann-Knoch-Gasse fand einstimmig das Einvernehmen der Ausschussmitglieder. Eine junge Familie hatte einen Antrag auf Vorbescheid für den Neubau eines Einfamilienwohnhauses mit Doppelgarage in Nähe des Weilers "Kestel" gestellt. Nach Diskussion im Ratsgremium und Anregungen, auch von Stadtplaner Daniel Gerber, den Standort näher an das Wohngebiet Kestel zu verlegen, nahm der Bauherr vorerst den Antrag zurück, um sich mit dem Planer zu beraten.