Etwas überrascht war der eine oder andere Marktgemeinderat in der jüngsten Sitzung, als der Vorsitzende der Fraktion Bürgernähe, Bernd Büttner, eine Stellungnahme zum Thema Kläranlagenneubau verlas.
Die neue Kläranlage steht in Traindorf und ist seit Ende letzten Jahres in Betrieb. Die Bürger haben ihr Verbesserungsbeiträge bezahlt.
"Der Weg war der richtige; auch der Neubau einer eigenen Kläranlage und auch der Standort", meinte Bürgermeister Helmut Krämer (CSU/Einigkeit). Dem stimmten am Ende der Diskussion 12 der 13 anwesenden Marktgemeinderäte zu.


Keine Alternative aufgezeigt?

Bernd Büttner hatte den Bürgermeister in einem Anschreiben um eine Stellungnahme gebeten. In der Bürgerversammlung im Januar sei deutlich geworden, dass es eine Alternative zum Kläranlagenneubau gegeben hätte, sagte er: den Anschluss an die Kläranlage Ebermannstadt.
"Für uns war es aber klar, dass das zu teuer werden würde. Außerdem war damals die Kläranlage in Ebermannstadt schon voll", sagte Krämer dazu. Während der Planungsphase habe es ein Telefonat mit der Bürgermeisterin von Ebermannstadt gegeben. Im Antwortschreiben Krämers stand weiterhin: "Eine Kostengegenüberstellung wurde nicht durchgeführt, weil von Anfang an die Anschlussmöglichkeit nach Ebermannstadt keine Alternative für Heiligenstadt war."


Behörde für Neubau

Das Wasserwirtschaftsamt habe die Planung für die Abwasserbeseitigung und den Neubau der Kläranlage neben der alten in der Gemarkung Traindorf begleitet und schon immer befürwortet.
Weiter hatte Krämer auf ein Schreiben des Wasserwirtschaftsamtes Bamberg verwiesen, in dem festgestellt wird, dass die gewählte Lösung, Schmutzwasser in der neuen zentralen Kläranlage Traindorf zu behandeln, ohne Zweifel die wasserwirtschaftlich sinnvollste und wirtschaftlichste Abwasserbehandlung darstelle.
Büttner warf Krämer vor, dass er den jetzigen Gemeinderat über die weitere Alternative sowie über die erneute Anfrage durch Bürgermeisterin Christiane Meyer (NLE) hätte informieren müssen.
Der Bürgermeister zeigte dann die Entwicklung der Abwasserbeseitigung seit Ende der 80er Jahre auf: "Ziel war immer, möglichst viele Gemeindeteile an die Kläranlage Heiligenstadt anzuschließen und die gesamten Abwässer in eine neue Kläranlage in Traindorf einzuleiten."
Außerdem meinte Krämer., dass ein Anschluss an Ebermannstadt höchstwahrscheinlich eine bauliche Veränderung an der dortigen Kläranlage notwendig gemacht hätte. "Ebermannstadt hätte uns die Kläranlagenkapazität nicht geschenkt", sagte er.
Zudem rechnete er vor, dass der Bau einer Anschluss-Leitung alleine fast fünf Millionen Euro gekostet hätte.