Was muss man eigentlich tun, um 60 Jahre miteinander verheiratet zu bleiben? "Man muss tolerant sein, sich achten, Respekt voreinander haben, und man muss vor allen Dingen sehr viel miteinander reden." Das sagt Anita Schardt, die jetzt seit sechs Jahrzehnten mit ihrem Mann Alfred verheiratet ist. In Mitwitz feierten die Jubilare am Wochenende im Gasthof Häublein ihre diamantene Hochzeit.

Und der Ort für die Feier war auch nicht ganz zufällig gewählt, wie beide lächelnd erzählten: "Wir haben uns hier beim Tanz kennengelernt. Damals hieß die Gastwirtschaft aber noch nicht Häublein, sondern Feick." Die beiden "Ur-Mimetze" haben schließlich geheiratet und am Elternhaus von Alfred Schardt angebaut. "Wir hom Platz gebraucht, denn die Kinne senn gleich kumma, wie des halt frühe su üblich wor." Noch heute leben sie hier und sie lieben es. "Wir haben viel von der Welt gesehen, aber das reicht jetzt auch. Am schönsten ist es ja doch zu Hause."

Immer volles Haus

Drei Kinder haben sie großgezogen und mittlerweile sind sie siebenfache Großeltern. "Sehen Sie, genau deshalb müssen wir das Haus auch behalten, denn wenn alle 16 kommen, wo sollen wir denn hin? " Am großen Esstisch säßen dann alle zusammen. "Dass wir so viele sind, daran habe ich schließlich ein Leben lang gearbeitet," scherzt Alfred Schardt.

"Streiten lohnt sich nicht"

Anita Schardt, mittlerweile 81 Jahre alt, blickt mit ihrem Mann Alfred (84) auf ein bewegtes Leben zurück. Leicht sei es zwar nicht immer gewesen, aber dankbar meint er heute: "Nicht überall läuft es so rund wie bei uns. Hier packen alle mit an, das ist Familie. Streiten lohnt sich nicht, denn da gibt es doch nur Verlierer." Maria Löffler