JOhannes Schlereth

Im Arbeitskampf der Staatsbad Philharmoniker gibt es Neuigkeiten. In einer Pressemitteilung reagiert nun die Gewerkschaft der Deutschen Orchestervereinigung (DOV) auf den Vorschlag der bayerischen Staatsbad Bad Kissingen GmbH. Die DOV vertritt die Musiker der Philharmonie in ihrem Arbeitskampf. Jetzt hat sich auch der Gewerkschaftschef aus Berlin zur Situation geäußert.

In der Pressemitteilung moniert die Gewerkschaft, dass die Kurdirektorin Sylvie Thormann versucht, die Musiker zu Einzeltreffen einzuladen. Und das, "obwohl die Orchestermitglieder erklärtermaßen von der DOV vertreten werden wollen." Dies bekundeten sowohl Musiker als auch Gewerkschaft in verschiedenen Artikeln (wir berichteten). Nach wie vor würden sowohl OB Dirk Vogel (SPD) als auch Sylvie Thormann jegliches Gespräch mit der DOV verweigern.

In der Pressemitteilung äußert sich die Gewerkschaft, wie die Philharmoniker das Verhalten von Stadt und Staatsbad wahrnehmen: "Aus Sicht der Musikerinnen und Musiker wirkt dieses Verhalten wie eine Drohung und ein Versuch, das Orchester zu spalten." Die Gewerkschaft sieht durch dieses Gebaren eine vergiftete Atmosphäre in Sachen der Staatsbad Philharmonie.

Den Vorschlag der Staatsbad GmbH kritisiert die DOV heftig. "Von einer ,signifikanten Verbesserung der Gehaltsstruktur', wie es in einem Statement der Bayerischen Staatsbad Bad Kissingen GmbH heißt, kann keine Rede sein", liest sich in der Pressemitteilung. Die Gewerkschaft konstatiert, dass weder das Durchschnittsgehalt der Musiker steigen soll, noch soll es Tariferhöhungen und Altersstufen geben. In diesem Punkt widersprechen sich DOV und Staatsbad in ihren jüngsten Pressemitteilungen.

Den Vorwurf von Raffgier weist die DOV deutlich zurück. Eine Tarifvergütung für die Orchestermitglieder entsprechend der untersten Vergütungsgruppe D für Berufsorchester sei alles andere als vermessen. Es handele sich um einen sehr bodenständigen Vorschlag. Dass die Verantwortlichen darauf nicht eingehen, erklärt sich die DOV damit, dass die Staatsbad GmbH die Professionalität verkennen würde. Den Vergleich der Philharmoniker mit Musiklehrern - in Sachen Gehalt - lehnt die DOV ab. "Die wichtige Bildungsarbeit der Musikschullehrkräfte verdient allen Respekt. Es ist aber etwas völlig anderes, täglich im Rampenlicht zu stehen und die Stadt Bad Kissingen als Kulturbotschafter des Unesco-Welterbes exponiert zu repräsentieren", heißt es in der Pressemitteilung. "Hinzu kommt, dass die Musikschullehrkräfte regelmäßige Tariferhöhungen erhalten und in höhere Altersstufen aufsteigen. Gerade dies wird den Orchestermitgliedern verwehrt. Anders als bei Musikschullehrkräften steigt ihr Gehalt damit nicht regelmäßig." Gerald Mertens, DOV-Geschäftsführer, äußert sich in der Pressemitteilung: "Der Umgang mit den Musikerinnen und Musikern als wichtigen Repräsentanten des UNESCO Welterbes von Bad Kissingen ist unwürdig und beschädigt das Ansehen der Stadt in ganz Deutschland." Er richtet einen Appell an die Verantwortlichen: "Ich bitte Frau Thormann und Herrn Vogel, diesem unwürdigen Zustand ein Ende zu machen und sich endlich mit uns an einen Tisch zu setzen."