Drei markante Punkte seines Lebens sind in Ferdinand Jäger aus Burgpreppach wach. Am Samstag blickte er bei seinem 90. Geburtstag zurück. Zum einen habe er sich im Wald und der freien Natur immer recht wohl gefühlt, zum anderen schwärmt er von seiner Zeit als junger Fußballer beim TSV Burgpreppach, und auch die Kriegsjahre haben sich in sein Gedächtnis eingeprägt.
Geboren wurde er am 30. April 1926 in Burgpreppach. Er hatte noch zwei Schwestern: Eine, sie ist 92 Jahre alt, lebt in Nürnberg, die andere ist bereits verstorben.
Seine Kindheit und Jugendzeit hat er in Burgpreppach, unterbrochen von seiner Einberufung in den Krieg, zugebracht. "Zwei Jahre habe ich im Wald gearbeitet, bevor ich mit 16 Jahren zum Arbeitsdienst nach Frankreich musste", erinnert sich der betagte Senior.


Viel im Wald gearbeitet

Er sei einer von wenigen gewesen, die von seiner Einheit überlebt hätten. 1945 kam er mit einer Verwundung in seinen Heimatort Burgpreppach zurück, um wieder als Waldarbeiter sein Brot zu verdienen.
Die Forstschule in Lohr habe er abbrechen müssen, um den Beruf seines Vaters, er war Schuster, zu ergreifen.
"Gelernt habe ich dieses Handwerk bei meinem Vater, und dafür gab es keinen Pfennig", erinnert sich der Jubilar. Er arbeitete vier Jahre "beim Baron im Steinbruch", später kurz bei einer Baufirma in Hofheim. Schließlich zog es ihn nach Nürnberg, wo er 36 Jahre bei einer Gerüstbaufirma bis zur Rente beschäftigt war. Ein Stadtmensch war er nie. So zog es ihn von Nürnberg immer wieder in seinen Heimatort. "Mein Hobby war eigentlich immer der Wald", erklärt der Senior und fährt fort, dass er als junger Mann beim TSV Burgpreppach die Fußballschuhe schnürte.
Stolz erwähnt er, dass er mit seiner Mannschaft damals in den ersten drei Jahren immer in die nächst höhere Spielklasse aufgestiegen sei. "Wir waren eine klasse Mannschaft", schwärmt der 90-Jährige noch heute.


Noch immer Selbstversorger

Mitglied war er in einigen Vereinen in seinem Geburtsort. Auch nach seiner Rente half er noch etwa zehn Jahre im Wald bei den unterschiedlichsten Arbeiten mit.
Geheiratet hat er nicht. "Ich bin allein geblieben", sagt er, um zu ergänzen, dass er heute noch selbst einkaufe und sich weitgehend selbst versorge. "Kochen tu' ich schon immer gerne, und auch noch heute mache ich das."
Was ist sein Lieblingsgericht? "Wild bringe ich immer gerne auf meinen Teller", sagt Ferdinand Jäger, in dessen Wohnung an vielen Stellen kleinere präparierte Wildtiere zu sehen sind.
Auch wenn sein Name Jäger ist, sei er selbst nicht auf die Jagd gegangen, aber sein Vater habe dem Waidwerk gefrönt.
Am Samstag gaben sich Gratulanten die Türklinke in die Hand. Gekommen waren Landrat Wilhelm Schneider und Bürgermeister Hermann Niediek. Aber auch vom VdK, von der Heimatgemeinschaft "Ibinder Schrollenhüpfer" und vom Soldaten- und Kameradenbund kamen Gratulanten. Sogar ein "Ständela" gab's.