Die räumlichen Voraussetzungen für die offene Ganztagsschule waren bereits in der Umbauphase der Johann-Gemmer-Grundschule berücksichtigt worden. Nun, erklärte Dorothee Gerhardt, Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung, gelte es, die Rahmenbedingungen für Fördermöglichkeiten zu schaffen.

Die offene Ganztagsschule, so Andrea Zischg, Verantwortliche für die Mittagsbetreuung in der Grundschule, sei nach dem Vormittagsunterricht für Montag bis Donnerstag ein für die Eltern kostenloses Betreuungs- und Bildungsangebot. Dieses sei, je nach Anmeldung, in Bezug auf die Teilnahme für das gesamte Schuljahr verbindlich. Die Kinder müssten dazu für mindestens zwei Nachmittage pro Woche fest angemeldet werden.

Zwei zeitlich verschiedene Angebote soll es geben, eine Gruppe bis 14 und eine voraussichtlich bis 16 Uhr. Während die Betreuung kostenlos ist, wird wie bisher ein Kostenbeitrag für das Mittagessen fällig, und auch die Inanspruchnahme von Zusatzangeboten wie themenbezogene Aktionen, Arbeitsgemeinschaften oder die Feriengestaltung ist zu bezahlen. In den kommenden Wochen werden die Eltern noch einmal im Detail über das Konzept der offenen Ganztagsschule informiert.

Kein Verständnis für Coburg

Bei der Würdigung der Stellungnahmen zum Projekt "Wohnen und arbeiten am Ahorner Berg" ging Bürgermeister Martin Finzel auf die Stellungnahme der Stadt Coburg ein, die in der Gemeinde Ahorn auf Unverständnis stieß. Geplant ist am Ahorner Berg die Umwidmung des Gewerbegebiets in ein Mischgebiet, das sowohl Wohnen als auch Gewerbe erlaubt. Letzteres war offenbar dem Stadtbauamt Coburg aufgestoßen. In dessen Stellungnahme heißt es: "Aus verkehrsplanerischer Sicht sollten Nutzungen, die einen hohen Quell- und Zielverkehr (von und nach Coburg) erzeugen, ausgeschlossen werden. Dieser zusätzliche Verkehr würde den Knotenpunkt Weichengereuth/Ahorner Berg belasten und die bereits heute ungenügenden Verkehrsabläufe noch weiter verschlechtern."

Immerhin sei es die Stadt Coburg gewesen, die die Ausbaupläne der B 4 abgelehnt und den Antrag der Gemeinde Ahorn von 2020 zur Errichtung einer Lichtsignalanlage am Ahorner Berg bis heute nicht beschieden habe, sagte Finzel. Damit könnten die von der Stadt genannten "ungenügenden Verkehrsabläufe" sicherer gestaltet werden. Gespräche über eine Ampel seien immer wieder verschoben worden. Man hoffe nun darauf, dass der für April anvisierte Termin stattfinde. Außerdem sehe die Gemeinde Ahorn im neuen Mischgebiet keine Gefahr für ein wesentlich erhöhtes Verkehrsaufkommen. Die Leistungsfähigkeit der B 4 mit täglich rund 20 000 Fahrzeugen dürfte damit nicht wesentlich beeinflusst werden.

Einmütig wurde beschlossen, man nehme die Stellungnahme zur Kenntnis, teile aber die Bedenken hinsichtlich des Quell- und Zielverkehrs am Knotenpunkt Weichengereuth/Ahorner Berg nicht. Und man zeige sich erstaunt darüber, dass fehlende Planungen bzw. Entscheidungen zu Verkehrsabläufen im Stadtgebiet Coburg die Planungshoheit und Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinde Ahorn beschneiden sollen.