Die Jubiläumsveranstaltung verzeichnete einen Anmelderekord. Viele Ärzte aus ganz Mittelfranken waren ins Hotel "Novina" auf der Herzo Base gekommen, wo das "Update Innere Medizin" stattfand - bereits zum zehnten Male, wie Moderator Hilmar Dittrich, Kardiologe aus Herzogenaurach, nicht ohne Stolz vermeldete.

Und als Referenten begrüßte er alte Bekannte: Prof. Dr. Joachim Ficker aus Herzogenaurach, Chefarzt für Innere Medizin am Klinikum Nürnberg Nord, Prof. Dr. Armin Steinmetz, Diabetologe am Krankenhaus Martha Maria, und Dr. Karsten Pohle, Chefarzt Medizinische Klinik I, Kardiologie, ebenfalls am Martha-Maria-Krankenhaus Nürnberg.

Letzterer hatte vor zehn Jahren die Initiative ergriffen und mit dieser Fortbildung begonnen - klein, in der Herzogenaurach Fachklinik. Diesmal standen, so Dittrich, die gesamten Tagungsräume des "Novina" für die Fortbildung zur Verfügung. In diesem Zeitraum habe sich viel verändert, aber gleich geblieben sei sicherlich der Wunsch vieler Patienten "von jemandem wie dem Bergdoktor behandelt zu werden", sagte Dittrich. Natürlich gebe es heutzutage noch solche Ärzte, aber diese würden immer weniger. Denn eine "work-life-balance" hätten sie nicht. Zudem werde eine gute Qualität in der heutigen Medizin nicht besser bezahlt als eine schlechte. Um die Wirtschaftlichkeit kümmerten sich mittlerweile Gesundheitsökonomen. Denn seit es keine Zinsen mehr gebe, hätten Investoren die Medizin als Renditebringer ausgemacht.

Den Überblick zu behalten, werde immer schwerer. Die Cholesterinwerte seien zum Beispiel so weit abgesenkt worden, "dass mir kaum ein Patient einfällt, der keinen Cholesterinsenker bekommen müsste", so Dittrich. Die Referenten präsentierten aus der Fülle der Informationen das, "was für unsere Arbeit wichtig ist".

Dem Infarkt vorbeugen

Karsten Pohle verriet, das aufgrund der exzellenten Versorgung Herzerkrankungen den Spitzenplatz in der Statistik der häufigsten Todesurschen verloren hätten. Gute Ernährung, körperliche Bewegung und Nikotinverzicht gepaart mit einer frühzeitigen Erkennung helfen, dem Auftreten von Herzinfarkt oder Herzschwäche vorzubeugen. Stressechokardiographie und Computertomographie des Herzens hülfen, Herzgefäßerkrankungen zu erkennen oder auszuschließen. Pohle riet, zusammen mit dem Hausarzt oder Kardiologen ein Vorsorgekonzept zu erstellen.

Zur Früherkennung einer sich anbahnenden Typ-2-Diabeteserkrankung gebe es laut Steinmetz gute diagnostische Instrument und bewiesene Lebensstilmaßnahmen zu deren Prävention.

Nach wie vor stünden Ernährung und Bewegung vorne, unterstützt durch Medikamente. Neben der Blutzuckerkontrolle spielten Verbesserung der Blutfette (LDL-Cholesterin), Normalisierung von Körpergewicht und Blutdruck sowie Einstellung des Rauchens gleichzeitig eine wesentliche Rolle.

Die COPD (chronisch ob-struktive Lungenerkrankung) ist eine Volkserkrankung, an der zehn bis 20 Prozent der Bevölkerung leiden. Die häufigste Ursache sei Zigarettenrauch, betonte Joachim Ficker. Auch Passivrauch und Umweltschadstoffe wie Ozon, organische Stäube oder Pestizide könnten mit beitragen. Frauen seien stärker gefährdet als Männer. Aber selbst bei fortgeschrittener COPD bestünden wirksame Möglichkeiten der Behandlung.

So könne in ausgewählten Fällen, zum Beispiel mit "Ventilen" für die Bronchien, eine deutlich bessere köperliche Belastbarkeit und ein längeres Überleben erreicht werden. Entscheidend sei unter anderem ein regelmäßiges körperliches Training, konsequente Grippeimpfung und Pneumokokkenimpfung.