Die Abwassergebühr für die Einleiter der Kläranlage Gößweinstein in Behringersmühle bleibt bis 2024 konstant bei der bisher geltenden Gebühr von drei Euro pro Kubikmeter Abwasser. Zum Jahresanfang 2017 war die Gebühr von damals 3,12 Euro auf drei Euro gesenkt worden. "Es ist erfreulich, dass die Abwassergebühr stabil bleibt", kommentierte Gemeinderat Georg Lang bei der Sitzung des Gemeinderates den Beschlussvorschlag der Verwaltung und wies entschieden die Meinung von Zweitem Bürgermeister Georg Bauenschmidt (SPD) zurück, dass die Gebühr damals als "politischer Preis" festgesetzt worden sei.

Überschuss von 230 000 Euro

Nach dem vorläufigen Ergebnis (vorläufig, weil das Jahr 2020 noch nicht abgeschlossen ist) ergibt sich seit 2017 eine Überdeckung von insgesamt rund 230 000 Euro. Pro Jahr macht dies für den neuen Kalkulationszeitraum bis 2024 einen Betrag von rund 58 000 Euro aus, der sich positiv auf die künftige Gebührenhöhe auswirkt. Da Abwassereinrichtungen kostendeckend betrieben werden müssen, hätte man somit die Einleitungsgebühr sogar senken können. Dem stehen aber neben den Betriebskosten künftige Ausgaben für die Sanierung der Altkanäle in Gößweinstein und Behringersmühle sowie die Erstellung eines EDV-gestützten Kanalkatasters und die Ingenieurkosten für den Erhalt von wasserrechtlichen Erlaubnissen entgegen. Insgesamt wird bis 2024 mit zu deckenden Kosten von rund zwei Millionen Euro gerechnet, wenn die Einleitungsmenge bei rund 170 000 Kubikmetern pro Jahr konstant bleibt.

Teurer hingegen wird es für die Bürger des Ortsteiles Allersdorf, die sich seinerzeit gewehrt hatten, an die Kläranlage Gößweinstein anzuschließen, und eine eigene Ortskläranlage gebaut und einen Abwasserverein Allersdorf gegründet hatten. Bisher betrug die Einleitungsgebühr für die Allersdorfer ebenfalls drei Euro pro Kubikmeter Abwasser. Nach der neuen Kalkulation bis 2024 steigt sie nun aber auf 4,90 Euro an.

Erhöhte Ausgaben für den Betrieb

In den letzten vier Jahren ist in Allersdorf eine Unterdeckung von rund 21 000 Euro entstanden, was einem jährlichen Unterdeckungsbetrag von rund 5200 Euro entspricht. Alleine um diesen Verlust auszugleichen, wäre eine Gebührenerhöhung auf 4,60 Euro nötig gewesen. Hauptgrund für die entstandene Unterdeckung sind jedoch erhöhte Ausgaben für den Unterhalt und Betrieb der Ortskläranlage. So wurden heuer zum Beispiel 4000 Euro für den Klärschlammtransport und dessen Entsorgung nötig. Eingeplant dafür waren aber nur rund 1500 Euro.