Die Turnhalle des Förderzentrums des Heilpädagogischen Zentrums war Schauplatz eines inklusiven Theaterprojektes mit dem Fränkischen Theatersommer, an dem sich rund 200 Schüler aus den beiden Förderschulen St. Katharina und Maximilian-Kolbe, der Ivo-Hennemann-Schule Unnersdorf-Grundfeld, der Inklusionsschule der St.-Katharina-Schule sowie einige Schüler der achten Klasse des Meranier-Gymnasiums beteiligten.

Dabei wurde die Sage um die Querkeleshöhle auf dem Staffelberg unter dem Titel "Abenteuer mit einem Querkela" zu einem Theaterstück für Kinder verarbeitet. Während Anna-Prisca Burwitz das Mädchen Franzi spielte, das sich brennend für die Querkela interessierte, übernahm Malte Berwanger mit dem Vater von Franzi und einem Querkela gleich zwei Rollen. Nachdem Franzi von der wundersamen Geschichte gehört hatte, drängte sie ihren Vater schließlich so lange, bis er sie ihr erzählte.

Klöße als Belohnung

Demnach wohnten einst in der Höhle kleine Wesen, die Querkela, die hilfsbereit und freundlich zu den Menschen waren. Sie hätten aber keine Entschädigung für ihre nächtlichen guten Taten verlangt, mit einer Ausnahme: Klöße, die sie für ihr Leben gerne aßen. Deshalb legten die Hausfrauen auch des Öfteren Klöße vor ihre Höhle, wenn ihnen die Zwerge geholfen hatten. Am Tag schliefen sie und nachts tanzten sie um ein Lagerfeuer herum und klopften Edelsteine zurecht, die sie den Leuten schenkten. Der Vater erzählte auch von einem Schmied, dem die Querkela mit einer Salbe geheilt hätten und einem armen Korbflechter, dem sie nachts Weidenruten brachten und daraus 100 Körbe flochten sowie von einem Bauern, dessen abgebrannte Scheune sie in zehn Tagen wieder aufgebaut hätten.

Dies brachte Franzi in einer Art Traumgeschichte auf die Idee, Klöße und einen Zettel vor die Höhle zu legen mit der Bitte an die Querkela, doch ihr zerrissenes T-Shirt zu flicken, ihre kaputte Puppe zu reparieren und eine Salbe für die schmerzenden Finger ihrer Oma zu fertigen. Da erschien ein Querkela und wünschte sich ein Lied. So sang Franzi zusammen mit den Kindern und dem Querkela "Wir hüpfen über Stock und Stein, schön ist es ein Querkela zu sein" und bald darauf waren die gewünschten Dinge vor Ort.

Als aber ein weiterer Bauer von den Querkela ein Haus bauen ließ und die undankbare Bauersfrau ihnen die versprochenen Klöße nicht gab, da verschwanden sie enttäuscht, zogen Richtung Hausen, ließen sich vom Fährmann über den Main setzen und wurden nicht mehr gesehen.

Die Kinder lernten aus dem Theaterstück, dass ein gedeihliches Zusammenleben aus einem Geben und Nehmen bestehen muss. Alle Schüler, ob mit oder ohne Behinderung, verstanden sich ausgezeichnet und vergnügten sich prächtig. Im Nachgang kamen noch einige Schüler der achten Klasse des Meranier-Gymnasiums mit den Schülern der Diagnose- und Förderklasse der St.-Katharina-Schule zusammen, um mit ihnen das Stück noch einmal durchzusprechen und aufzuarbeiten.

Um sich das Geschehen noch besser vorstellen zu können, machen am 30. April einige Klassen der St.-Katharina-Schule zusammen mit einer Klasse der Ivo-Hennemann-Schule und einigen Gymnasiasten einen Ausflug zum Staffelberg, um die Querkeleshöhle in Augenschein zu nehmen.