Wäre es nach dem Robert-Koch-Institut (RKI) gegangen, dann wären strengere Regeln im Umgang mit der Corona-Epidemie schon viel früher für die Schulen ausgerufen worden. Beim Gipfel mit Bundeskanzlerin Angela Merkel einigten sich die Länderchefs aber auf einen anderen Rahmen. Statt ab einem Inzidenzwert von 50 für die letzten sieben Tage, soll nun ab 200 reagiert werden. Ein Wert, der im Coburger Landkreis (mit 257,5 laut RKI) überschritten wird. Neue Reglen gelten schon ab heute, Dienstag.

In der Stadt ist der Inzidenzwert (175,5) niedriger. "Weil aber gerade viele Landkreisschüler die Schulen in der Stadt besuchen, hat man sich dazu entschlossen, dass für die Schulen in der Stadt und im Landkreis die selben Regelungen gelten", erklärte Corinna Rösler, Pressesprecherin des Landratsamtes auf Anfrage.

Welche Regeln das sind, regelt ein Schreiben aus dem Kultusministerium - eben für Regionen mit einem Inzidenzwert von mehr als 200. Demnach ist an allen weiterführenden und beruflichen Schulen ab der Jahrgangsstufe 8 ein Mindestabstand von 1,5 Metern auch im Klassenzimmer erforderlich. Kann das an einer Schule nicht eingehalten werden, müssen Lerngruppen gebildet werden, die dann abwechselnd im Präsenzunterricht in der Schule und im Distanzunterricht, also zu Hause, unterrichtet werden.

Dazu gibt es Ausnahmen. Förderschulen einschließlich der Schulvorbereitenden Einrichtungen und Schulen für Kranke müssen sich nicht an diese Vorgaben halten. Vor allem für die Abschlussklassen aller Schularten - und zwar einschließlich der Jahrgangsstufe Q11 am Gymnasium - soll der Präsenzunterricht nach dem Willen des Ministeriums aufrechterhalten werden. Daher werden Abschlussklassen in Stadt und Landkreis Coburg von der Einführung des Mindestabstandes ebenso ausgenommen wie vom Wechsel zwischen Präsenz- und Distanzunterricht.

"An Schulen, an denen ein solcher Wechselunterricht eingeführt werden muss, entscheidet die Schulleitung, ob täglich oder wochenweise gewechselt wird", so Corinna Rösler. Zumindest der Landkreis ist von der 300er Marke beim Inzidenzwert nicht allzu weit entfernt. Was, wenn sie überschritten wird? "Dann sind tatsächlich weitere Maßnahmen an den Schulen zu treffen. Wie diese aussehen müssen, darüber informieren wir dann, wenn es so weit ist", sagt Corinna Rösler. Ähnliches gilt für die Dauer der jetzt bereits angeordneten Maßnahmen: "Zur Dauer der jeweiligen Regelungen erwarten wir mit der neunten Bayerischen Infektionsschutzverordnung und dem danach überarbeiteten Rahmenhygieneplan weitere Hinweise."

Eltern und Schüler werden darüber durch die jeweilige Schule informiert.