Andreas Dorsch Bekommen wir mit dem A-3-Ausbau einen Lärmschutz? Nach welcher Seite werden die Fahrbahnen erweitert? Wann geht es endlich los? Fragen, die sich die Bewohner von Heuchelheim, Schlüsselfeld, Elsendorf, Warmersdorf, Buchfeld, Weingartsgreuth, Schirnsdorf, Etzelskirchen, Medbach, Neuhaus und Buch ebenso stellen wie die von Klebheim und Haundorf.

Die Antworten auf diese Fragen werden inzwischen immer konkreter und es zeichnet sich ab, dass durch aufwendige Lärmschutzmaßnahmen die dann auf sechs Spuren verbreiterte A 3 in nahen Wohngebieten weniger zu hören sein wird, als es jetzt der Fall ist.

Meterhohe Wälle

So wird beispielsweise Aschbach mit einem bis zu sechs Meter hohen Wall abgeschirmt. Auf der Höhe von Heuchelheim wird auf einen zwei Meter hohen Erdwall noch eine fünf Meter hohe, hochabsorbierende Lärmschutzwand gesetzt. Im gesamten Bereich von Schlüsselfeld sind vier Meter hohe Erdwälle geplant, auf die noch fast überall zwei bis drei Meter hohe Wände gesetzt werden. Mit bis zu sechs Meter hohen Wällen und vier Meter hohen Wänden werden Elsendorf, Warmersdorf und Weingartsgreuth abgeschirmt. Bei Buchfeld soll der Wall gar sieben Meter hoch werden.

Insgesamt zehn Meter hoch wird der Lärmschutz auf Höhe von Etzelskirchen. Auf acht Meter Wall werden hier streckenweise noch zwei Meter Wand montiert. Medbach bekommt ebenfalls einen zehn Meter hohen Schutz vor dem Autobahnlärm, ebenso der Gremsdorfer Ortsteil Buch. Auch hier werden Wälle angelegt und mit Lärmschutzwänden gekrönt. Neuhaus wird mit Wand und Wall abgeschirmt, Klebheim, Hannberg und Heßdorf bekommen eine durchgehende Lärmschutzwand. Haundorf, Kriegenbrunn und Frauenaurach verschwinden aus Autobahn-Sicht hinter Lärmschutzwällen und -wänden.

Wie Maria Schraml, Pressesprecherin der Autobahndirektion Nordbayern, auf Anfrage des FT mitteilt, sind Wälle und Wände aber nicht die einzigen Maßnahmen, um den Verkehrslärm zu reduzieren. So soll auf dem Abschnitt zwischen der Anschlussstelle Höchstadt-Ost und der Main-Donau-Kanalbrücke ein offenporiger Asphalt eingebaut werden, der die Abrollgeräusche um fünf Dezibel verringert. Der lärmmindernde Fahrbahnbelag auf dem Rest der Strecke soll zwei Dezibel leiser sein.

Ausgebaut wird die A 3 auf den insgesamt 76 Kilometern zwischen den Kreuzen Biebelried und Fürth/Erlangen in einem so genannten ÖPP-Projekt (öffentlich-private Partnerschaft), bei der Ausbau, Betrieb und Erhaltung für 30 Jahre von einem privaten Konsortium übernommen wird. Auf 2,8 Milliarden Euro ist das Projekt veranschlagt. Darin enthalten sind auch knapp hundert Brücken und 47 Kilometer Lärmschutzanlagen.

Nach ein oder zwei Seiten

Die Verbreiterung der Autobahn erfolgt an manchen Stellen nur nach einer Seite, an anderen wird beidseitig ausgebaut (siehe Grafik oben). So wird auf Höhe von Schlüsselfeld nur Richtung Süden verbreitert, von Buchfeld bis zur Ausfahrt Pommersfelden auf beiden Seiten. Weiter über die Ausfahrt Höchstadt-Ost bis Erlangen-West werden die zusätzlichen Spuren westlich der bestehenden Trasse angebaut. Auf dem letzten Abschnitt bis zum Kreuz Fürth/Erlangen wird wieder beidseitig erweitert.

Wie Autobahndirektion-Pressesprecherin Maria Schraml mitteilt, laufen die vorbereitenden Baumaßnahmen neben der Autobahn auch im Bereich zwischen Höchstadt und Frauenaurach bereits. Entlang der gesamten Strecke von 76 Kilometern ist in diesem Jahr mit "artenschutzrechtlichen Maßnahmen, der Rodung von Wurzelstöcken, Erdmengenzwischenlagerungen, der Anlage von Regenrückhaltebecken, sowie der Errichtung von bauzeitlichen Provisorien" zu rechnen. Dadurch sollen sich aber noch "keine relevanten Verkehrsbeeinträchtigungen auf der A 3" ergeben.

Die 76 Kilometer sind in acht Bauabschnitte eingeteilt. Die Hälfte wird bis 2022 realisiert, der Rest in den Jahren von 2023 bis 2025. Auf sechs Spuren ausgebaut werden 2021 und 2022 die Abschnitte von Schlüsselfeld über Höchstadt-Nord bis Pommersfelden und von Höchstadt-Ost bis Frauenaurach. Das kürzere Stück von Pommersfelden bis Höchstadt-Ost steht von 2023 bis 2025 im Plan.