Thurnau —  Oberfranken schrumpft. Bis zum Jahr 2039 sinken die Einwohnerzahlen - auch im Landkreis Kulmbach, prognostiziert das statistische Landesamt. Bayernweit allerdings wird ein Zuwachs von 3,2 Prozent erwartet. Und in dieser Aufwärtswelle kann der Markt Thurnau mitschwimmen. "Wir haben im ersten Halbjahr dieses Jahres zum ersten Mal einen Bevölkerungszuwachs zu verbuchen: Wir haben 61 Einwohner mehr", freute sich der Thurnauer Bürgermeister Martin Bernreuther. Dieser Erfolg wiegt doppelt, da der Trend lokal begrenzt ist und landkreisweit nicht zu verzeichnen ist.

Tatsächlich drehte sich auch in der letzten Sitzung vor der Sommerpause alles um Bauangelegenheiten und die Weiterentwicklung des Marktes Thurnau. Die Räte beschlossen, das Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept, kurz ISEK, an das Büro RSP Architektur + Stadtplanung aus Bayreuth zu vergeben. Drei Büros hatten sich für die Durchführung des Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes beworben, die Bayreuther waren nicht das günstigste Büro. Doch sie überzeugten mit ihren Vorschlägen. Insgesamt kostet die Entwicklung des ISEK 55 279 Euro, allerdings wird das Konzept mit sechzig Prozent der Auftragssumme durch die Regierung gefördert. "Das Büro ist nicht das billigste, doch uns ist die gezielte Entwicklung des Einzelhandels wichtig", erklärte Veit Pöhlmann (FDP) die Entscheidung. Und diese Kosten sind bei dem Bayreuther Büro enthalten. Auch Erwin Schneider (FS-ÜWG) sah die höchste Punktzahl, die das Büro erhalten hat, als wichtigen Entscheidungsfaktor. Die Innenbereichsentwicklung sei ein wichtiger Faktor bei der Weiterentwicklung des Marktes.

Der Markt Thurnau beschloss, eine Satzung für ein Vorkaufsrecht für das Grundstück mit der Flurnummer 10 in Berndorf zu erlassen. Dabei geht es um die Sicherung des Ortsbildes und um den Erhalt einer Dorfwirtschaft.

Die zweite Änderung des Bebauungsplanes "Sportgelände in Thurnau" beschäftigte die Räte. Die Verwaltung brachte die Einwendungen vor und betonte, dass diese in den Satzungsbeschluss eingearbeitet werden sollten. Insgesamt 18 Stellungnahmen wurden angefordert, 13 Betroffene und Angrenzer meldeten sich nicht oder hatten keine Einwände. Bei den Einwänden ging es um eine Berechnung für ein hundertjähriges Hochwasser, um die Anlage von Retentionsflächen und um die Zufahrt zu landwirtschaftlichen Grundstücken. All diese Hinweise werden berücksichtigt.

In den Kinderhort Thurnau sollen bis zu 12 000 Euro investiert werden, um bereits ab nächstem Schuljahr mehr Kinder unterbringen zu können, waren sich die Thurnauer Räte einig. Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) legte offen, dass es bereits siebzig Anmeldungen gäbe. Tatsächlich können aber nur sechzig Kinder im Hort betreut werden. Aus diesem Grund sollen Räume geteilt werden, so dass Hausaufgabenbereiche und Freizeitbereiche entstehen. Auch ein kleiner Raum für Eltern-Lehrer-Gespräche soll eingerichtet werden. Ursprünglich hatte Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) die Genehmigung von 10.000 Euro als außerplanmäßige Ausgabe angeregt, die Räte votierten jedoch sogar für Investitionen von bis zu 12 000 Euro.

Tempokontrolle vertagt

Der Beschluss, mehrere fest installierte Geschwindigkeitsmessanlagen anzuschaffen, wurde vertagt, obwohl sich alle Räte einig waren, dass solche Geschwindigkeitsmessanlagen Raserei vorbeugen können.

Die Feuerwehr Hutschdorf hatte mehrere Rohre aus einer Baumaßnahme gesichert und wollte damit den Bach in Hutschdorf verrohren. Bürgermeister Martin Bernreuther (CSU) informierte die Räte, dass dieser Einbau sehr schnell und eigenmächtig vorgenommen worden sei. Er sei nicht mit dem Markt und den Experten abgesprochen gewesen und wäre eher gefährlich als hilfreich. Aus diesem Grund soll das weitere Vorgehen jetzt bei einem Ortstermin besprochen werden. Die Rohre sind wieder ausgebaut.