Seit langem tagte der Marktgemeinderat am Donnerstagabend erstmals wieder im angestammten Sitzungssaal im Rathaus. Die vier Tagesordnungspunkte in der öffentlichen Sitzung wurden in einer knappen Stunde ohne großen Redebedarf abgearbeitet, und zunächst bestimmten mehrere Bauanträge den Verlauf der Sitzung.

Rund 40 000 Euro lässt sich die Marktgemeinde Marktschorgast die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED-Leuchten kosten. Der Auftrag wurde an das Bayernwerk Kulmbach ohne Gegenstimmen vergeben. Bürgermeister Marc Benker (CSU) verwies dabei auf die Haushaltsberatungen im Haupt- und Finanzausschuss im Vorjahr, in der er über den Antrittsbesuch eines Vertreters von Bayernwerk berichtete. Hier wurde die Umstellung auf LED-Leuchten im restlichen Gemeindegebiet thematisiert und die Kosten wurden mit 36 801 Euro beziffert. Der Ausschuss empfahl dem Gemeinderat, dass die Umrüstung auf LED veranlasst werden sollte. Gleichzeitig soll in der St.-Josef-Siedlung eine weitere Leuchte errichtet werden. Der Bürgermeister wies darauf hin, dass sich die Investitionskosten spätestens in drei bis vier Jahren amortisiert hätten.

Werbepylonen erlaubt

Auf zwei Grundstücken im neuen Gewerbegebiet "Teil B" wurde der Aufstellung von 20 Meter hohen Werbepylonen zugestimmt. Gleichzeitig wird dort auch ein Abwasserpumpwerk der Marktgemeinde Marktschorgast errichtet, das die Abwässer aus dem Gewerbegebiet auf hydraulischen Weg nach Marktschorgast pumpt und über das örtliche Kanalnetz der Kläranlage in der Grundmühle zuführt. Das Bauvorhaben der Marktgemeinde bezeichnete Bürgermeister Benker als ein sichtbares Zeichen für den Beginn der Erschließungsarbeiten im Gewerbegebiet.

Auf Zustimmung stieß auch die Errichtung eines Ferienhauses im Baugebiet "Am Steinhügel", genauer gesagt auf dem Grundstück Im Hühnert 12. Hier wurde auch eine Dachneigung von 30 Grad zugelassen, der Bebauungsplan schrieb dagegen 38 bis 48 Grad vor. Die beabsichtigte Einfriedung der Grundstücks Am Herrnberg 28 wurde vom Bau-, Umwelt- und Gemeindeentwicklungsausschuss vor Ort eingesehen. Auf dessen Vorschlag stimmte der Marktgemeinderat einer isolierten Abweichung vom Bebauungsplan zu, zumal auch die Grundstücksnachbarn keine Einwände hatten.

Schließlich sah das Gremium auch bei der Bauleitplanung des Marktes Stammbach keine Beeinträchtigungen. Die Nachbarkommune lässt gegenwärtig die Neuaufstellung und Fortschreibung des Flächennutzungsplanes mit integriertem Landschaftsplan vornehmen.

Unter Anfragen bezeichnete Nikolaus Ott (SPD) das Parken für die Besucher des Friedhofes als ein leidiges Thema, denn es komme häufig vor, dass die Parkflächen anderweitig genutzt werden würden. Ott schlug vor, eine Nutzung nur für die Friedhofbesucher freizugeben und diese nach Möglichkeit auch zeitlich zu begrenzen. Bürgermeister Marc Benker war in diesem Zusammenhang der Meinung, dass insgesamt im Gemeindegebiet mehr Rücksicht beim Parken der Autos geübt werden sollte.

Viel Unkraut

Martin Zeidler (SPD) verwies auf eine zunehmende Verunkrautung der Straßenränder im Gemeindebereich und bat um Abhilfe. Bürgermeister Benker verwies hier auf die Reinigungspflicht der Anlieger, doch man prüfe gegenwärtig, ob im Rahmen einer einmaligen Aktion der gemeindliche Bauhof damit beauftragt werde. Dass es auch anders gehe, zeigte der Bürgermeister am Beispiel von Grundstück Marktplatz 25 auf, denn hier kümmern sich die Anlieger gemeinsam um die Pflege.

Ein stilles Gedenken widmete der Marktgemeinderat am Beginn der Sitzung dem kürzlich verstorbenen Geschäftsführer des Ing.-Büros für Tiefbautechnik Wolf und Zwick Marktredwitz GmbH, Albert Vollath. Benker erinnerte daran, dass die Marktgemeinde in den vergangenen drei Jahrzehnten mit dem verstorbenen Dipl.-Ing. einen ausgesprochenen Fachmann bei vielen Tiefbaumaßnahmen an der Seite hatte.

Gedenktafel

Bürgermeister Benker schlug dem Gremium vor, dem Verstorbenen einen Platz in der Marktgemeinde zu widmen: "Albert Vollath hat unseren Marktgemeinderat und damit auch die Marktgemeinde in den letzten Jahren mit seiner herausragenden Arbeit maßgebend begleitet." Seine letzte Baumaßnahme was das Projekt "Oberanger 16" und hier empfahl Bürgermeister Marc Benker die Anbringung einer kleinen Gedenktafel: "Nicht Großes, nichts Aufwendiges!"