Ein leistungsfähiger und bezahlbarer ÖPNV ist eines der zentralen Mittel für mehr Lebensqualität. Der SPD-Kreisvorstand Erlangen-Höchstadt hat daher einstimmig beschlossen, gemeinsam mit weiteren SPD-Verbänden in den Städten und Landkreisen Nürnberg, Fürth, Erlangen, Roth und Schwabach eine Online-Petition zu starten. Diese beginnt am 17. September.

Die SPD fordert die Staatsregierung auf, ihr im Koalitionsvertrag für die Legislaturperiode bis 2023 gegebenes Versprechen zu erfüllen und die Einführung eines 365-Euro-Tickets im VGN zu ermöglichen, indem der Freistaat zwei Drittel der Kosten übernimmt. "Fest steht aber: Der Schlüssel zur Einführung eines 365-Euro-Tickets, egal wie es genau ausgestaltet ist, liegt nicht in den Rathäusern und Landratsämtern, sondern in München. Die mit einer Einführung verbundenen Kosten würden die Kommunen alleine überfordern", so die stellvertretende Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Martina Stamm-Fibich.

Im Koalitionsvertrag haben CSU und FW die Einführung des Tickets zwar für die aktuelle Legislaturperiode versprochen. Die Staatsregierung schiebt nach Einführung des Tickets für Schüler und Auszubildende den zweiten Schritt aber nun auf.

In einem Schreiben der Verkehrsministerin Schreyer von Ende August heißt es, erst nach einer Evaluation, die frühestens 2023/24 erfolgen soll, wolle die Staatsregierung über das Ticket nachdenken.

Schnelle Umsetzung ist wichtig

"Dann ist die Chance auf eine rasche Umsetzung vergeben", so die Landtagsabgeordnete Alexandra Hiersemann. "Alle parlamentarischen Initiativen zur Einführung des 365-Euro-Tickets für alle sind von CSU und FW mit ihrer Mehrheit abgeblockt worden, deshalb müssen wir nun mit einer Online-Petition außerparlamentarischen Druck erzeugen."

Ein Aspekt ist besonders wichtig: Keinesfalls dürfe die Übernahme der Kosten für das Ticket zu Einsparungen beim ÖPNV im ländlichen Raum führen. Dort müsse der Freistaat deutlich stärker investieren, um attraktive Verbindungen und Taktungen zu ermöglichen.

"Im Landkreis Erlangen-Höchstadt ist unter der vergangenen Zusammenarbeit im Kreistag aus CSU und SPD ein Quantensprung in der Busanbindung auch jenseits der Hauptachsen gelungen", so German Hacker, Fraktionssprecher der SPD-Kreistagsfraktion.

Stellvertretender Kreisvorsitzender Christian Pech fügt hinzu, dass es aber auch wichtig sei, "dass das Busfahren im Landkreis auch bezahlbar wird und dass vor allem die teilweise nicht begründbaren Tarifunterschiede, zwischen benachbarten Gemeinden ein Ende finden". red