Die kalte Jahreszeit ließ die Arbeitslosigkeit saisonbedingt ansteigen, berichtet die Agentur für Arbeit Schweinfurt. Der Arbeitsmarkt in der Region Main-Rhön zeigte sich zu Beginn des Jahres weitgehend robust. Im Januar waren in der Region Main-Rhön 9500 Menschen arbeitslos gemeldet, das waren 853 Personen oder 9,9 Prozent mehr als im Dezember. Die Arbeitslosenquote stieg von 3,5 Prozent im Dezember auf 3,8 Prozent im Januar. Dies entsprach einem jahreszeitlich bedingten üblichen Anstieg von 0,3 Prozentpunkten, schreibt die Agentur. Im Landkreis Bad Kissingen waren 2249 Menschen ohne Job, die Quote beträgt 3,9 Prozent (+0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat).

"Witterungsbedingte Entlassungen sind Faktoren, die sich auch auf dem Arbeitsmarkt in unserer Region als übliche saisonale Komponente auswirken und die Arbeitslosenzahlen spürbar ansteigen lassen. Der bereits im letzten Quartal 2020 begonnene Lockdown light sowie der im Dezember zweite harte Lockdown, mitten im Weihnachtsgeschäft, wirkte sich nur unwesentlich auf die Arbeitslosmeldungen aus. Anders als im Frühjahr kam es bisher jedoch zu keiner Entlassungswelle. Die Entwicklung der Arbeitslosigkeit zeigt, dass Instrumente wie das Kurzarbeitergeld sowie die Finanzhilfen der Bundesregierung offenbar greifen. Die Unternehmen halten nach wie vor an ihren Mitarbeitern, trotz des im Dezember für viele Branchen erneut verordneten Lockdowns, fest", bewertet Thomas Stelzer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Schweinfurt, die Situation im aktuellen Arbeitsmarktbericht.

Kurzarbeit wieder gestiegen

Die Corona-Pandemie stellt den Arbeitsmarkt nun mit ihrer zweiten Welle auf eine heftige Probe, heißt es in dem Bericht weiter. Betriebe müssen vor Beginn von Kurzarbeit eine schriftliche Anzeige bei der zuständigen Agentur für Arbeit einreichen. Dies hat spätestens bis zum Ende des Monats zu erfolgen, für den erstmalig Leistungen bezogen werden sollen. Im Berichtsmonat wurden im Agenturbezirk 2794 Anzeigen der Betriebe für insgesamt 37 170 Personen erfasst. Vor einem Jahr lagen die Zahlen deutlich niedriger. Vor der Corona-Pandemie im Januar 2020 waren es 71 Betriebe mit 2404 Arbeitnehmern für die Kurzarbeit angezeigt war. Das heißt aber nicht, dass diese Menschen auch alle kurzarbeiten werden. Hierbei handelt es sich um eine Prognose aus Sicht des Betriebes, so die Agentur. "Nach wie vor sind besonders die Branchen Kunst, Unterhaltung und Erholung, das Hotel und Gastgewerbe, die Branchen Erbringung von sonstigen Dienstleistungen (insbesondere Friseure, Wäschereien, Bäder, Saunen, Gebäudereinigung und die Sicherheitsbranche), die Branche Verkehr und Logistik sowie der Handel und die Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen von Kurzarbeit betroffen. Die Corona-Krise trifft Wirtschaft und Arbeitsmarkt schon jetzt deutlich härter als die Finanzkrise von 2009 (2009: Betriebe: 350 / AN: 25 500). So sind heute wesentlich mehr Branchen von Kurzarbeit betroffen als damals. Die Zahl der Entlassungen hält sich bislang in Grenzen", erläutert Stelzer.

Für die tatsächlich eingetretene Kurzarbeit muss der Betrieb bei der Agentur für den jeweiligen Monat innerhalb von drei Monaten einen Antrag auf die Gewährung von Kurzarbeitergeld stellen und die Abrechnungslisten einreichen. Hochrechnungen der amtlichen Statistik zur Kurzarbeit der regionalen Unternehmen liegen bis zum Monat September vor. Demnach wurde im September für 1274 Betriebe mit 14 715 Beschäftigten Kurzarbeitergeld abgerechnet. Dies entsprach rund 11,6 Prozent der 10 955 Unternehmen und 8,3 Prozent der 176 110 sozialversicherungspflichtig Beschäftigen in der Region Main-Rhön. red