Auch vor Corona war nicht alles Gold, was als Firma glänzte: Im Kreis Kronach gab es im Jahr 2019 etliche Firmenpleiten. Insgesamt kamen hier zwölf Insolvenzanträge zusammen, wie sich aus der jüngsten Insolvenzstatistik ablesen lässt. Ein Jahr zuvor waren es sieben gewesen.

Die Gläubiger der Unternehmen, die bis zum Jahreswechsel 2019/2020 ihre Zahlungsunfähigkeit feststellen ließen, hatten festgestellte Forderungen von insgesamt 140,038 Millionen Euro (Vorjahr: 1,010 Millionen) gegen die Insolventen. Geld, das größtenteils als Verlust verbucht werden muss, denn bei Zahlungsunfähigen ist meist nicht viel zu holen.

Neun "geordneten Insolvenzen"

Im Kreis Kronach klappten die Insolvenzrichter bei drei insolventen Unternehmen die Akte gleich wieder zu: Diese Verfahren wurden mangels Masse abgewiesen. Das heißt, es war nicht genug Geld da, um die voraussichtlichen Kosten des Verfahrens zu bezahlen.

Zur "geordneten Insolvenz" kam es bei neun Unternehmen im Kreis Kronach. Im Verfahren wird im Wesentlichen überprüft, ob Zahlungsunfähigkeit und/oder Überschuldung vorliegt. Gemäß Paragraf 17, Absatz 2, der Insolvenzordnung ist der Schuldner zahlungsunfähig, wenn er nicht in der Lage ist, seine fälligen Zahlungspflichten zu erfüllen. Und nach Paragraf 19, Absatz 2, der Insolvenzordnung liegt eine Überschuldung vor, wenn das Vermögen des Schuldners die bestehenden Verbindlichkeiten nicht mehr deckt.

Im besten Fall gibt es wenigstens einen Teil des geschuldeten Geldes zurück. Wenn es dumm läuft, gar nichts. Deswegen kommt es durch hohe Insolvenzschäden zu Folgepleiten. Und deswegen musste in Corona-Zeiten der Staat einspringen. 2019 war das aber noch Zukunftsmusik.

Insolvenzgeld für Arbeitnehmer

Die Existenzen von Unternehmen, Unternehmern und Selbstständigen sowie die Verluste für die Gläubiger sind aber nur eine Seite der Medaille. Die andere sind die Arbeitsplätze und Existenzen von Beschäftigten. Im Kreis Kronach waren bis Ende 2019 insgesamt 539 Arbeitsplätze von Insolvenzverfahren betroffen, 524 mehr als im Jahr davor.

Die Lohnforderungen, die vor Verfahrenseröffnung bestanden, sind dabei auch in den vorgenannten Insolvenzforderungen enthalten. Das heißt, eigentlich steht den 539 insolvenzbetroffenen Beschäftigten nur der gleiche Anteil wie den anderen Gläubigern aus der Insolvenzmasse zu. Doch für Arbeitnehmer gibt es eine Art "Rettungsschirm": das Insolvenzgeld. Dieses wird auf Antrag der Arbeitnehmer, die von einer Insolvenz ihres Arbeitgebers betroffen sind, von der Agentur für Arbeit bezahlt. Ausgeglichen wird der insolvenzbedingte Lohnausfall für höchstens drei Monate. zds