In Weißenbrunn tut sich was. Das Interesse am Architektenwettbewerb für die Revitalisierung des Paradiesplatzes mit Sanierung des "Alten Rathauses" und Neubau (Bücherei und Brauer- und Büttnermuseum) sowie die Gestaltung der angrenzenden Freiflächen findet großes Interesse. Beim Kolloquium mit Vorbesprechung der Preisrichter der schriftlichen Fragen sowie der anschließenden Beratung waren immerhin 15 Architekten in der Leßbachtalhalle anwesend. Davon waren elf von insgesamt 88 Bewerbern unter notarieller Aufsicht ausgelost und vier von der Gemeinde vorgeschlagen worden.

Bürgermeister Jörg Neubauer freute sich über das große Interesse der Architekturbüros, die aus allen Teilen Deutschlands angereist waren. Der Abgabetermin für die Planunterlagen und ein Modell ist für 1. Dezember vorgesehen. Am 8. Dezember tagt das Preisgericht. Es handelt sich um einen nichtoffenen, einphasigen Realisierungswettbewerb für Gebäude und Freianlagen mit vorgeschaltetem Bewerbungs-/Losverfahren und anschließendem VgV (Vergabeverfahren öffentlicher Aufträge). Wettbewerbsgegenstand ist die Revitalisierung des "Alten Rathauses" in Weißenbrunn, ein Neubau (Bücherei und Brauer- und Büttnermuseum) sowie die Gestaltung der angrenzenden Freiflächen. In das Preisrichtergremium wurden, neben mehreren Fachpreisrichtern (Architekten und Stadtplaner) als Sachpreisrichter aus dem Gemeinderatsgremium berufen (in Klammern die Stellvertreter): Bürgermeister Jörg Neubauer, SPD (Dritte Bürgermeisterin Ruth Tölg), Carolin Zipfel- Kempf, SPD (Ralf Knöchel), Alexander Bauer, CSU (Michael Bohl), Christian Spindler, FW (Zweiter Bürgermeister Michael Gödel). Ständig anwesender stellvertretender Sachpreisrichter ist Geschäftsleiter Markus Wagner.

Christina Lehner und Uwe Reil (beide vom Architekturbüro SHL Weiden) sind mit der Verfahrensbetreuung beauftragt. Sie führten durch das Kolloquium und erörterten die Bedingungen und beantworteten Fragen. Der Wettbewerbsteilnehmer hat grundsätzlich davon auszugehen, dass das Alte Rathaus erhalten wird, während das bestehende Brauerei- und Büttnermuseum abgebrochen werden soll.

Die Platzierung des Neubaus soll im Bereich des Wettbewerbsgebietes erfolgen. Zur Raumkonzeption sollen in der Planung berücksichtigt werden: Bücherei, eventuell kleines Lesecafe, Abstellflächen für drei bis vier Kinderwagen, Trauzimmer (aus organisatorischen Gründen erscheint es sinnvoll, diese Räume eher der Nutzungseinheit Museum als mit der Bücherei in Verbindung zu bringen. Das Museum soll die Möglichkeit erhalten, die heute recht dicht gedrängte Ausstellung zahlreicher Exponate angemessen präsentieren zu können.

Das Museum wird circa 1500 Exponate unterschiedlicher Größe zeigen. Im Museum soll die WC-Anlage mit einer zusätzlichen Zugangsmöglichkeit von außen realisiert werden. Ein Seminarraum soll auch als Vereinszimmer mit genutzt werden.

Sensibilität gefordert

Ferner heißt es, die Neugestaltung des Ensembles soll die Belange des Denkmalschutzes in angemessener Weise berücksichtigen. Dies trifft sowohl für die Situierung der Gebäude zueinander als auch das architektonische Zusammenspiel des Neubaus mit dem bestehenden Gebäude zu. Es soll ein angemessener und sensibler Umgang mit dem Erscheinungsbild des denkmalgeschützten Alten Rathauses erfolgen. Ein zweigeschossiger Neubau des Museums im Wirkungsbereich des Denkmals ist möglich. Die Barrierefreiheit ist sowohl für die Gebäude als auch für die Freiflächen ein wichtiges Kriterium. Nun wartet man gespannt auf die Zusammenkunft des Preisgerichtes am 8. Dezember. eh