Fürth: Tödliche Schüsse auf Hochzeit- Angeklagter schweigt bei Prozess
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Fürth, Mittwoch, 21. Januar 2026
Bei einer Hochzeitsfeier in Fürth fallen mehrere Schüsse. Ein Mann wird getroffen und stirbt an seinen Verletzungen. Was sind die Gründe für die Bluttat vor den Augen der vielen Gäste?
Update vom 21.01.2026, 17.13 Uhr: Todesschüsse auf Hochzeit - Angeklagter schweigt vor Gericht
Ein wegen tödlicher Schüsse auf einer Hochzeitsfeier in Fürth angeklagter 27-Jähriger äußert sich vor Gericht nicht zu den Anschuldigungen. Sein Anwalt erklärte vor dem Landgericht in Nürnberg, dass sich sein Mandant nichts dazu sagen werde.
Die Staatsanwaltschaft beschuldigt den Franzosen, den Vater seiner früheren Lebensgefährtin auf einer Hochzeitsfeier vor den Augen der zahlreichen Gäste heimtückisch ermordet zu haben. Das Motiv soll ein Streit um Unterhaltszahlungen für die beiden Kinder des Angeklagten und seiner Ex-Freundin gewesen sein, die nach der Trennung wieder nach Deutschland zurückkehrte.
Den Ermittlungen zufolge war der Angeklagte im vergangenen März in Begleitung mehrerer Verwandter zu der Hochzeitsfeier gegangen, zu der auch das spätere Opfer eingeladen war. "Der Angeschuldigte nutzte die Arg- und Wehrlosigkeit des Geschädigten und gab unmittelbar sechs Schüsse aus der Waffe gezielt auf den Oberkörper des Geschädigten ab, die alle trafen", sagte Staatsanwalt Roland Fleury. Der 47-Jährige erlag kurz danach im Krankenhaus seinen Verletzungen.
Drohungen per Telefon und Facebook
Der Verdächtige floh laut Staatsanwaltschaft mit seinen Begleitern nach Frankreich. Dort stellte er sich noch in derselben Nacht der Polizei und gestand die Tat. Seitdem hat er zu den Vorwürfen laut den Ermittlern geschwiegen.
Die Hintergründe sind für die Staatsanwaltschaft dennoch klar: Wegen der Unterhaltsansprüche habe es auch Verhandlungen vor einem nicht-staatlichen Roma-Gericht in Frankreich gegeben, sagte Fleury. Als die Familie der Frau die festgelegte Summe nicht gezahlt habe, habe die Familie des Angeklagten telefonisch und per Facebook damit gedroht, deren Angehörige zu töten.
Der Angeklagte befindet sich seit Anfang April in Deutschland in Untersuchungshaft. Einen Teil seiner Begleiter konnte die Polizei identifizieren. Die Staatsanwaltschaft hat den Vater und zwei Brüder des mutmaßlichen Schützen wegen gemeinschaftlichen Mordes vor dem Landgericht angeklagt. Die Franzosen befinden sich laut einer Gerichtssprecherin inzwischen ebenfalls in Deutschland in Untersuchungshaft.
Urteil vermutlich Ende März
Das Landgericht Nürnberg hat für den Prozess gegen den 27-Jährigen 15 weitere Verhandlungstermine angesetzt. Ein Urteil könnte Ende März verkündet werden.