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Fürth
Gewalt

"Letzte Warnung": Fränkischer SPD-Politiker erhält erneut Drohbrief

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Träger aus Fürth hat erneut einen Drohbrief bekommen. Nachdem der Politiker schon im Januar einen Brief mit einer Patronenhülse von zwei linken Gruppierungen erhalten hatte, bekam er nun ein Schreiben, dem ein Messer beigefügt war. Der 46-Jährige machte die Morddrohung via Facebook öffentlich.
 
Messer, Küchenmesser. Symbolfoto: Markus Spiske / Pixabay
Der Fürther SPD-Politiker Carsten Träger hat erneut einen Drohbrief erhalten. Dem Schreiben war ein scharfes Messer beigefügt. Symbolfoto: Markus Spiske / Pixabay

Update vom 16.04.2020: Fürther SPD-Politiker wird erneut bedroht

Der SPD-Bundestagsabgeordnete Carsten Träger hat erneut einen Drohbrief erhalten. Dem Schreiben war ein Messer beigefügt. Bereits im Januar erhielt der der Vorsitzende der SPD Mittelfranken ein Schreiben mit einer Patronenhülse.

Der 46-Jährige veröffentlichte den Brief auf seiner Facebook-Seite. In dem Schreiben heißt es unter anderem: "Nachdem Sie sich bis heute beharrlich weigern, endlich die richtigen Schritte einzuleiten, erhalten Sie heute von uns die letzte Warnung".

Träger betont, dass er sich von solchen Schreiben nicht beeindrucken lasse. "Ich werde mich weiterhin für die Menschen in meinem Wahlkreis, für wirksamen und sozial ausgewogenen Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit, Frieden und unsere Demokratie einsetzen."

Der Politiker hat den Brief laut eigener Angabe inzwischen an die Polizei übermittelt. Deren Ermittlungen laufen schon seit dem ersten Schreiben im Januar. 

Ursprüngliche Meldung vom 04.01.2020: Fränkischer SPD-Politiker erhält Drohbrief mit Patrone: Geschockt von Anfeindungen

Morddrohung gegen Carsten Träger: Der Vorsitzende des SPD Mittelfranken hat einen Drohbrief mitsamt einer Patronenhülse erhalten. Laut den Verfassern soll das "kleine beigefügte Weihnachtspräsent" eine Warnung sein, dass "wir Euch und Euer schädliches Tun im Blick haben!".

Auf Facebook hat der Bundestagsabgeordnete ein Foto mit dem Schreiben gepostet und erklärt den Schritt: "Ich habe mich entschlossen, diesen Vorgang öffentlich zu machen, denn wir dürfen den Hetzern und Terroristen nicht klein beigeben." Kriminalpolizei und Staatsschutz hätten bereits Ermittlungen zu dem Brief aufgenommen, der ihn zum Jahreswechsel erreicht habe, so der 46-Jährige.

Trotz Drohbrief - Carsten Träger (SPD) lässt sich nicht einschüchtern

Der SPD-Politiker, der seit 2013 Mitglied des Bundestages und seit Januar 2018 umweltpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion ist, will sich von der Drohung nicht einschüchtern lassen: "Selbstverständlich werde ich meine Arbeit unbeirrt fortsetzen und weiter für meine Werte und die Werte meiner Partei eintreten." Dennoch spricht Carsten Träger, der zweifacher Familienvater ist, von einer "besonderen Qualität" der unverhohlenen Morddrohung, die auch für seine Mitarbeiter, die den Brief öffneten, ein Schock gewesen sei.

Der zynisch mit "Eine frohe Botschaft zu Beginn des neuen Jahres" überschriebene Drohbrief ist von den RAZ (revolutionäre Aktionszellen) und MIEZE (MIlitantE ZellE) unterzeichnet. Die Verfasser zitieren darin Holger Meins , ein Mitglied der linksterroristischen Rote Armee Fraktion (RAF), das im Jahr 1974 im Gefängnis gestorben war. Zudem prangern sie "die widrigen Umstände in unserer Gesellschaft (Ausbeutung, Faschismus, Gentrifizierung, Ignoranz gegenüber Klimaproblemen)" an.

Am 31. Dezember 2019 hatte Spiegel.de berichtet, dass auch die baden-württembergische FDP-Vorsitzende Judith Skudelny Post von RAZ und MIEZE bekommen hat. Auch sie hatte die Morddrohung öffentlich gemacht. Der von ihr gepostete Brief ist identisch mit dem, der an Carsten Träger ging.