In Bamberg geht es am heutigen Donnerstag (22. 11. )los. In Bayreuth startet zwar der Christkindlesmarkt - ebenso wie in Nürnberg - erst am 30. November. Doch in der Wagner-Stadt gibt es bereits seit 18. Oktober ein "Winterdorf". Die Kirchen üben Kritik am frühen Beginn der Weihnachtsmärkte.
Sowohl in Franken als auch in Deutschland werden die meisten Weihnachtsmärkte kommende Woche eröffnet. Doch in manchen Städten gingen die Weihnachtsmärkte 2018 vor dem 1. Advent los, meldet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).
Bereits am 18. Oktober, bei spätsommerlichen fast 20 Grad, wurde in Oberfranken das "Bayreuther Winterdorf" eröffnet. Damals hieß es stolz, man sei wieder einmal der erste Weihnachtstreff "in ganz Deutschland und sicher auch in Europa", so die dpa. Noch bis Silvester können Besucher dort verschiedene Glühwein- und Punschsorten probieren.
Weihnachtsmärkte: In den meisten Städten erst nach dem Totensonntag
In den meisten Städten eröffnen die Weihnachtsmärkte erst nach Totensonntag. So geht es am Montag (26. November) beispielsweise in Frankfurt, Berlin, Potsdam, Hamburg, Bielefeld, Lübeck oder auch am Kölner Dom los mit Glühwein und Co. In München am Marienplatz startet der Budenzauber einen Tag später, ebenso in Erfurt (27. November). Im Laufe der nächsten Woche kommen dann viele berühmte Weihnachtsmärkte hinzu, etwa in Stuttgart, Dresden, Hannover und Mainz. Der Nürnberger Christkindlesmarkt beginnt sogar erst Ende nächster Woche (30. November).
Schon seit diesem Donnerstag aber sind zum Beispiel in Freiburg, Bochum und Dortmund die Weihnachtsmärkte am Start. Noch früher, nämlich mehr als zwei Wochen vor dem 1. Advent, schon am 16. November, ging es in Essen los - so früh wie noch nie.
Das führt auch zu Kritik. Ulrich Lota, Pressesprecher des Bistums Essen, sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Wir wollen gar nicht die Spielverderber sein, die sich alle Jahre wieder gegen zu frühe Weihnachtsmärkte aussprechen." Die Märkte seien heute vor allem Marketinginstrument, um Menschen in die City zu locken. "Uns als gläubigen Christen ist es wichtig, bei all der Markttreiberei darauf hinzuweisen, dass Weihnachten nicht irgendeine kulturelle Lichtfeier am Jahresende ist, sondern das Fest der Geburt Jesu."
Bistum Essen: Im November für Weihnachtsfeiern noch viel zu früh
Lota erläuterte: "Ich habe auch den Eindruck, dass viele das spüren, dass es im November, einem Monat, der von der Erinnerung an die Toten geprägt ist, mit Tagen wie Allerheiligen, Volkstrauertag und Totensonntag, für Weihnachtsfeiern noch viel zu früh ist. Gut besucht kommen mir sehr frühe Adventsmärkte jedenfalls nicht vor." Alles habe seine Zeit und das Leben sei nicht 365 Tage im Jahr Party.
"Alles hat seine Zeit", sagt auch Andreas Duderstedt, Pressesprecher der Evangelischen Kirche von Westfalen. "Die Vorfreude auf das Besondere, das regelmäßig wiederkehrt, der Unterschied zwischen Alltag und Festtag, Arbeit und Entspannung, fröhlichem Feiern und stillem Gedenken - das ist wohltuend für alle." Diesem Grundgedanken folge auch das Kirchenjahr. "Wenn die Adventszeit immer mehr ausgeweitet wird, verliert sie das Besondere. Sie wird alltäglich."