Anhaltende Niederschläge haben in den vergangenen Tagen zu Hochwasser in Teilen Frankens geführt. Auch am Wochenende kommt es weiter zu Regenfällen. 

Vor allem in Unterfranken am Main heißt es teilweise "Land unter". Die aktuelle Lage im Überblick. 

Update vom 06.02.2021, 12 Uhr: Hochwasser-Situation in Franken und Bayern

Laut HND (Hochwassernachrichtendienst Bayern) treten im Maingebiet am Samstag noch Überschwemmungen der Meldestufen 1-2 sowie örtlich der Meldestufe 3 auf. An den nördlichen Donau-Zuflüssen und an der Donau gibt es noch an einigen Flussabschnitten Ausuferungen der Meldestufe 1-2.

Im Bereich des Oberen Main kommt es noch zu Ausuferungen im Bereich der Meldestufen 1 und 2. Am Pegel Schenkenau/Itz liegen die Wasserstände weiterhin knapp über der Meldestufe 3. Am Pegel Kemmern/Main ist der Hochwasserscheitel in Meldestufe 3 erreicht.

An der Fränkischen Saale sinken die Wasserstände. Der Pegel Wolfsmünster befindet sich noch in Meldestufe 3.

Im Einzugsgebiet der Regnitz verharren die Wasserstände an den Unterläufen der Rauhen Ebrach sowie der Aisch in Meldestufe 1-2.

Durch die Hochwasserwelle aus dem Oberen Main steigen die Wasserstände am schiffbaren Main an. Am Pegel Trunstadt ist der Höchststand erreicht. Mit der weiteren Wellenverlagerung flussabwärts wird am Pegel Schweinfurt Neuer Hafen der Hochwasserscheitel im Bereich der Meldestufe 1 erwartet. Der Pegel Würzburg hat die Meldestufe 1 überschritten. Der Scheitel wird am Sonntag unterhalb der Meldestufe 2 erwartet. Am Unterlauf des Main befindet sich der Pegel Raunheim in Meldestufe 1 bei weiterhin leicht steigenden Wasserständen.

An Naab und Regen sowie vereinzelt an weiteren nördlichen Donauzuflüssen treten derzeit Überschwemmungen der Meldestufe 1 und 2 auf. Die Wasserstände gehen hier weiter zurück. Der Am Pegel Heitzenhofen/Naab ist der Scheitel in Meldestufe 2 erreicht.

An der Donau verlagert sich die Hochwasserwelle flussabwärts. Im Flussabschnitt von Regensburg bis Vilshofen befinden sich einige Pegel noch in Meldestufe 1 oder 2. Der Scheitel der Hochwasserwelle befindet sich im Raum Passau, wobei am Pegel Passau/Donau keine Meldestufen erreicht werden.

Heute beschränkt sich der Hauptniederschlag auf die Gebiete nördlich des Mains. Dort werden bis Sonntag früh 5 bis 10 l/qm erwartet, an den nördlichen Mittelgebirgen bis 15 l/qm. In höheren Lagen fällt ein Teil des Niederschlags aber bereits als Schnee. An den östlichen Mittelgebirgen wird ein Niederschlagsdargebot von lokal bis 10 l/qm vorhergesagt. Dadurch kann es örtlich zu Wiederanstiegen mit Ausuferungen in Meldestufe 1, vereinzelt in Meldestufe 2 kommen.

 

Update vom 30.01.2021, 17.15 Uhr: Wetterprognose für die kommenden Tage

Der vielerorts heftige Regen der vergangenen Tage hält in weiten Teilen Deutschlands noch bis mindestens Mitte der Woche an. Vor allem im Süden und im Westen erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) Dauerregen. Dabei fallen dort von Sonntag bis Mittwoch bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter, vom Saarland bis zum Hochrhein sowie im Allgäu sogar bis zu 60 Liter. In der Mitte und dem Norden geht der Regen in Schnee über. "Die Wasserstände an den Flüssen bleiben demnach auf hohem Niveau", sagte ein DWD-Meteorologe am Samstag in Offenbach.

Ursache für das zweigeteilte Wetter sind mehrere Tief- und Hochdruckgebiete, die im Norden kalte Polarluft, im Süden hingegen milde Luft aus den Subtropen einströmen lassen.

"Das Wetter in Deutschland kann sich derzeit nicht wirklich für den Winter oder den Frühling entscheiden", sagte der Meteorologe. Entsprechend pendeln die Tagestemperaturen im Norden und Osten um den Gefrierpunkt, im Südwesten werden bis zu neun Grad erreicht. Am Dienstag geht es mit Höchstwerten von vier bis zehn Grad in der Mitte und 13 Grad im Südwesten noch weiter nach oben.

In den vergangenen drei Tagen fielen laut DWD im Süden, Westen und der Mitte bis zu 50 Liter Regen auf den Quadratmeter. In Mittel- und Osthessen, der Eifel, im Schwarzwald und dem Allgäu waren es 50 bis 90 Liter. Zusammen mit der Schneeschmelze bis in die Hochlagen der Berge führte das vielerorts zu Hochwasser.

Erstmeldung vom 30.01.2021, 12.30 Uhr: Überschwemmungen in ganz Franken

Auch für Freitag (29.01.21) haben die Wetterexperten viel Regen vorhergesagt. Der Deutsche Wetterdienst kündigte für die nächsten Tage weitere Regentiefs über dem Freistaat an. Dazu passt die aktuelle Wettervorhersage des fränkischen Wetterexperten Stefan Ochs aus Herzogenaurach.

Überschwemmungen in ganz Franken

Gemäß der aktuellen Hochwasserwarnungen des Bayerischen Landesamtes für Umwelt gilt in einigen fränkischen Städten und Kreisen die Hochwasser-Alarmstufe Rot. Andernorts wurde Alarmstufe Orange ausgerufen. Betroffen sind laut den Wasserwirtschaftsämtern die folgenden Regionen (Stand: 20.01.2021, 12 Uhr):

Hochwasser-Warnstufe Rot:

Warnstufe 3 von 4: "Einzelne bebaute Grundstücke oder Keller überflutet oder Sperrung überörtlicher Verkehrsverbindungen oder vereinzelter Einsatz der Wasser- oder Dammwehr."

  • Stadt und Kreis Bamberg
  • Stadt und Kreis Coburg
  • Stadt und Kreis Lichtenfels
  • Stadt und Kreis Kulmbach

Hochwasser-Warnstufe Orange:

Warnstufe 2 von 4: "Land- und forstwirtschaftliche Flächen überflutet oder leichte Verkehrsbehinderung.

  • Stadt und Kreis Kronach
  • Stadt und Kreis Bayreuth
  • Stadt und Kreis Wunsiedel
  • Stadt und Kreis Forchheim
  • Stadt und Kreis Ansbach
  • Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
  • Fürth, Stadt Nürnberg, Landkreis Nürnberger Land, Stadt Erlangen, Landkreis Erlangen-Höchstadt, Stadt Schwabach, Landkreis Roth
  • Stadt und Kreis Aschaffenburg
  • Landkreis Main-Spessart
  • Schweinfurt
  • Landkreis Hassberge
  • Landkreis Bad Kissingen
  • Landkreis Rhön-Grabfeld

Am Freitag (29.01.21) gab es erste Überschwemmungen in Oberfranken. In Priegendorf (Landkreis Bamberg) trat der dortige Löschweiher über die Ufer, wie News5 mitteilt. Die Feuerwehr musste daraufhin anrücken und das Wasser in einen Bach abpumpen.

Auch in Rödental (Landkreis Coburg) musste die Feuerwehr ausrücken, dort stand in der Rotenhofer Straße das Wasser teilweise 20 Zentimeter hoch. An der Grenze zwischen Mittel- und Oberfranken war die Verbindungsstraße zwischen Kleinsendelbach (Landkreis Forchheim) und Unterschöllenbach (Landkreis Erlangen-Höchstadt) zeitweise überflutet. In dem kleinen Ort Forth bei Eckental trat die Schwabach über ihre Ufer, darauf waren mehrere Straßen in dem Ort überflutet. 

Auch vor Bayreuth machte das Hochwasser keinen Halt. In der Stadt sicherten Bewohner teilweise ihren Hauseingang mit Sandsäcken ab. Kleine Vorgärten wurden durch das Wasser überflutet. An der Schwabach in Mittelfranken wurde die höchste Stufe vier erreicht. Der Hochwassernachrichtendienst des Umwelt-Landesamtes in Augsburg rechnete aber damit, dass sich die Lage in der Region entspannt, da oftmals die Pegelstände bereits den Scheitelbereich erreicht hätten. In Ober- und Unterfranken würden die Wasserstände aber noch stark ansteigen. Dort könnten dort an den Gewässern auch vereinzelt die Meldestufe drei erreicht werden.

Wetter in Franken: Es wird ungemütlich

Die Temperaturen bleiben mild mit Höchstwerten zwischen acht und zwölf Grad. In weiten Teilen Frankens kann es zu Hochwasser kommen, wie der Hochwassernachrichtendienst mitteilte. In den folgenden Regionen gilt ein erhöhtes Risiko für Ausuferungen und Überschwemmungen:

  • Stadt und Kreis Ansbach
  • Kreis Bad Kissingen
  • Stadt und Kreis Bamberg
  • Stadt und Kreis Bayreuth
  • Stadt und Kreis Coburg
  • Stadt Erlangen
  • Kreis Erlangen-Höchstadt
  • Kreis Forchheim
  • Stadt und Kreis Fürth
  • Kreis Haßberge
  • Kreis Kulmbach
  • Kreis Lichtenfels
  • Kreis Main-Spessart
  • Kreis Neustadt a.d. Aisch-Bad Windsheim
  • Stadt Nürnberg
  • Kreis Nürnberger Land
  • Kreis Roth
  • Kreis Rhön-Grabfeld
  • Stadt Schwabach
  • Stadt und Kreis Schweinfurt

Auch an kleineren Gewässern kann es in den betroffenen Gebieten bereits zu Überflutungen kommen. Für die Stadt und den Landkreis Aschaffenburg gilt bereits die höchste Warnstufe, auch bebauten Gebiete sind betroffen. Die gestrigen Niederschläge und Tauwetter haben zu einem Anstieg des Wasserstandes an der Kahl geführt. Da für die Region derzeit keine weiteren größeren Niederschläge vorhergesagt sind, rechnet das Wasseramt gegen Abend mit einer Entspannung der Lage.

 Der DWD warnt zudem von Freitagmorgen bis Freitagnachmittag in folgenden fränkischen Regionen mit Sturmböen der Stufe 2 (von 4):

  • Kreis und Stadt Würzburg
  • Kreis Weißenburg-Gunzenhausen
  • Kreis Miltenberg
  • Kreis Roth
  • Kreis und Stadt Bamberg
  • Kreis und Stadt Schweinfurt
  • Kreis Wunsiedel im Fichtelgebirge
  • Kreis und Stadt Bayreuth
  • Kreis Bad Kissingen
  • Kreis und Stadt Ansbach
  • Kreis und Stadt Fürth
  • Kreis Main-Spessart
  • Kreis Rhön-Grabfeld
  • Kreis und Stadt Aschaffenburg
  • Kreis Neustadt a. d. Aisch-Bad Windsheim
  • Kreis Bad Kissingen
  • Kreis Erlangen-Höchstadt
  • Kreis und Stadt Hof

Wetteraussichten für das Wochenende

Der DWD warnt vor herabfallenden Gegenständen. Die Höchstwerte liegen bei zehn bis zwölf Grad. Die Gesamtniederschlagsmengen bis Freitagabend liegen laut dem Wetterochs bei 20-30 Litern pro Quadratmeter in Franken. In der Fränkischen und Hersbrucker Schweiz kommen da noch 40 Liter Schmelzwasser pro Quadratmeter dazu. Da die Hohlräume in den Karstbergen aber noch viel Wasser aufnehmen können (niedrige Grundwasserpegel), dürften lokale Überschwemmungen trotzdem eher im Steigerwald auftreten, wo das Wasser nicht so schnell versickert.

Am Samstag (29.01.21) erreicht uns von Norden her eine Kaltfront. Der Wind dreht im Tagesverlauf von West auf Nordost und es setzt sich kältere Luft durch. Der Regen geht in Schnee über. Zu 50 % zieht die Kaltfront nach Süden weiter, so dass die Schneefälle recht schnell abklingen. Ebenso gut könnte aber auch ein von Frankreich nachrückendes Tief die Front bei uns zum Stillstand bringen. Dann würde der Schneefall länger anhalten und es könnten mehr als 10 cm Neuschnee zusammenkommen. Nahe an der Front, wo die Kaltluft nur ganz flach unter der Warmluft liegt, ist auch gefrierender Regen möglich.

Für den Sonntag (30.01.21) haben wir dann schon drei Szenarien: Die Kaltfront ist nach Süden abgezogen (sonnig und kalt), sie bleibt bei uns liegen (Schnee und Regen) oder sie wandert als Warmfront nach Norden (etwas Regen und wieder milder). Zu Beginn der nächsten Woche wird dann die Unsicherheit eher geringer, weil viele Wettermodelle davon ausgehen, dass sich von Südwesten her milde Atlantikluft durchsetzt.