Bei Birkenpollen wird in Modellstudien von Transportstrecken im Bereich von rund 1.000 Kilometern ausgegangen. Mitunter werden dann Pollen in Regionen registriert, in denen die Bäume erst Tage später überhaupt zu blühen beginnen. Ein so verlängerter Zeitraum führt zu zusätzlichen Belastungen für Allergiker. Heutzutage beginnt die Pollensaison oft schon im Januar oder Februar, in der Regel zuerst mit Hasel und Erle, die Birke kommt später.
Vogelgezwitscher erklärt: Warum im Frühling - und wer zwitschert wann?
Wenn das Frühjahr eingekehrt ist, lassen sich die Menschen auch gern von Vogelgezwitscher aus dem Schlaf ziehen. Im Morgengrauen wird der Gesang dann besonders stark wahrgenommen. Manch wissenschaftliche Theorie geht davon aus, dass weniger starker Wind und tiefere Temperaturen am Morgen den Schall besser übertragen - und daher Vögel mit hohen Tönen über größere Entfernungen besser zu hören sind.
Eine US-indische Gemeinschaftsstudie von 2025 fand bei einer Untersuchung von knapp 70 Vogelarten in Indien hingegen heraus, dass bestimmte Vogelarten tatsächlich häufiger im Morgengrauen als zur Abenddämmerung singen. Die Forscher unter anderem des Cornell Lab of Ornithology, einer der weltweit führenden Institutionen für Vogel- und Verhaltensforschung, vermuten, dass gesellige Arten mit komplexem Sozialverhalten am Morgen besonders aktiv zwitschern, um Informationen über Futter, Revier, Gefahren oder die Gruppenkoordination für den Tag auszutauschen.
Ein vielstimmiges frühes Konzert heißt auf Englisch "Dawn Chorus". Einem Projekt des Naturkundemuseums Bayern und weiterer Institutionen zufolge starten die verschiedenen Arten zeitversetzt mit ihrem Gesang. Schon weit vor dem Morgengrauen beginnen Rotkehlchen und Amsel den Reigen, um die Dämmerung kommen etwa Singdrossel, Kuckuck, Zaunkönig und Kohlmeise dazu, zum Sonnenaufgang auch Star und Blaumeise, zuletzt Grünfink und Kleiber.
Störche kehren aus Spanien und Isreal zurück
Vermutlich stimmen die verschiedenen Arten zu unterschiedlichen Zeiten in den Chor ein, um der akustischen Konkurrenz zu entgehen. Eines der sichersten Zeichen für den nahenden Frühling ist auch die Rückkehr der Störche aus ihren Winterquartieren nach Deutschland. Doch längst tun das nicht alle: Manche weigern sich, in den Süden zu ziehen. In Hessen sollen inzwischen bis zu 300 Brutpaare überwintern. Das kalte Wetter ist dabei kein Problem.
Die Fleischfresser können eine Zeit lang ohne Nahrung auskommen. Der Großteil der Störche zieht aber nach wie vor in den Süden. Dabei unterscheiden Experten in West- und Ostzieher: Die einen überwintern in etwa 2.500 Kilometern Entfernung in Spanien, die anderen fliegen über Polen und den Balkan nach Israel und von dort aus weiter nach Ostafrika. Jungtiere entscheiden oft selbst, welchem Zug sie folgen. Sind die ersten dann retour in Mitteleuropa, ist der Frühling hierzulande ganz sicher auch im Anmarsch.
Vorschaubild: © fotoduets/AdobeStock