Nina Grötsch (Ausschlaf-Fasten): Jetzt hat man mir also auch noch das letzte Stück Hoffnung genommen. Stockdunkel ist es jetzt wieder, wenn mein Wecker mich um 6 Uhr aus meinen tiefsten Träumen reißt. Ich schlüpfe in meinen wärmsten Pulli, der mir wenigstens ein bisschen das Gefühlt gibt, noch unter meiner Bettdecke zu liegen, und tappe schlaftrunken in die Küche. So leise wie zu der Uhrzeit ist es sonst nie unserem Haus. Irgendwie unheimlich. Dazu fühlt sich der Tag auch noch so kalt an. Die Gesamtsituation gefällt mir nicht. Ich entscheide mich für leise Aufgaben, da das Klappern der Spülmaschine oder der Staubsauger mir "mitten und der Nacht" falsch vorkommen.

Eigentlich heißt es ja, man gewöhnt sich an alles. Daran glaube ich längst nicht mehr. Gleich zweimal bin ich diese Woche schwach geworden. Einmal habe ich mir einen 10 Minuten Timer gegönnt, das zweite Mal hat mich auf dem Weg nach unten die offen stehende Tür des Kinderzimmers meines Sohns angelacht. "Komm rein", hat sie geflüstert... und das leer stehende Indianer-Tipi-Bett verführerisch gelächelt. So zumindest habe ich die verwühlten Kissen und Decken interpretiert, die mein Sohn irgendwann in der Nacht zurückgelassen hat, um zu uns ins große Bett zu wandern. Ich konnte nicht anders. Eine halbe Stunde habe ich gesündigt - und es war ein Traum. Seit diesem Tag laufe ich immer extra schnell an Henrys Zimmer vorbei. Der Dunkelheit entgegen...

Lisa Faber (Plastik-Fasten): Nach der ersten Woche mit meinen neu erworbenen Bienenwachstüchern stelle ich fest, dass sie zwar sehr nützlich sind, aber sich die Frischhaltefolie leider nicht in allen Alltagssituationen damit 1:1 ersetzen lässt. Zum Beispiel habe ich am Wochenende Kuchen gebacken und sollte dazu eigentlich einen heißen Pudding mit Frischhaltefolie abdecken, damit sich keine Haut bildet. Das funktioniert mit den Bienenwachstüchern natürlich nicht, denn das Wachs schmilzt bei Hitze und man kann weder das Tuch noch den Pudding noch gebrauchen. Meine Lösung ohne Folie war dann rühren, rühren, rühren - und zwar so lange bis der Pudding kalt war. Das war zwar etwas aufwendig, aber völlig plastikfrei.

Doch ich wurde von den Tüchern auch positiv überrascht. Meine Schüssel mit dem Hefeteig habe ich sonst immer mit Frischhaltefolie abgedeckt. Diesmal musste natürlich ein Bienenwachstuch ran, was tatsächlich genauso gut funktioniert hat. Denn durch die Wärme der Hände kann man das Tuch in Form bringen wie Folie. Das Tuch haftet an der Schüssel und verschließt diese schön luftdicht. Jessica Rohrbach (Intervall-Fasten): Die vierte Fastenwoche hat mich an meine Grenzen gebracht. Nicht, weil das Fasten so schwierig gewesen wäre, sondern weil mir schlicht die Energie ausgegangen ist. Schleichend bin ich die letzten Wochen immer schlapper geworden, die Arbeit ging mir zuletzt kaum noch von der Hand, große Touren mit dem Hund waren auch nicht mehr drin. Klare Sache, dachte ich, ich bin wohl urlaubsreif. Also habe ich eine Woche frei genommen, um mal so richtig schön auszuspannen, ein wenig zu wandern und am Haus und im Garten zu werkeln.

Aus meinen Plänen wurde nichts. Das Heimwerken hat mich so viel Mühe gekostet wie noch nie. Für Dinge, die normalerweise locker in einer Stunde erledigt gewesen wären, habe ich komplette Vormittage gebraucht und mich danach fix und fertig an den Mittagstisch geschleppt. Die lediglich halbstündige Bummel-Runde am Morgen mit dem Hund - Wandern hab ich mich gar nicht erst getraut - hat mich sogar so geschlaucht, dass meine Kraft danach nur noch bis zum Sofa reichte.

Mitte der Woche hatte ich schließlich solche Kreislaufprobleme, dass ich einen Tag lang fast ausschließlich im Sitzen und Liegen verbracht habe - und mir am nächsten Morgen dann doch ein kleines Frühstück gegönnt habe. Danach ging es wieder bergauf, zumindest vom Kreislauf her. Die Energie fehlt mir jedoch immer noch und ich fiebere dem Ende der Fastenzeit entgegen. Nadine Nüsslein (Zucker-Fasten): Ein Frage zum Anfang: Wie lange dauert bitte die Fastenzeit noch? Die letzte Woche war für mich hart, sehr hart. Die Lust nach Süßem potenzierte sich täglich. Um nicht schwach zu werden, aber trotzdem einen wohligen süßen Geschmack im Mund zu haben, bereitete ich mir Quark mit frischem Obst zu. Lecker! Reife Bananen waren meine Stütze zum Ende der Woche. Weniger lecker! Am Samstag auf einem Geburtstag hätte ich beim besten Willen - nicht einmal heimlich - etwas vom Nachtisch-Büfett essen können, da mich gefühlt jeder Zweite auf mein Zucker-Fastenprojekt ansprach. Externe Kontrolle! Gut, Woche fast geschafft. Doch der sonnige Sonntag hatte es dann in sich. Beim Besuch meiner Mutter lag schon beim Betreten des Hauses dieser köstliche Duft in der Luft. Selbst gemachte Erdbeer-Marmelade! Und ohne Übertreibung kann ich behaupten, dass meine Mutter die beste Marmelade der Welt einkocht. Genuss pur! Und kaum sah ich die kleine Schüssel mit dem süßen roten Rest, der nicht mehr in die Gläser passte, war es auch schon geschehen. Fast automatisiert nahm ich einen Teelöffel aus der Lade und so schwups war ein Teelöffel der süßen Marmelade auch schon in meinem Mund. Und was soll ich sagen: es war ein Genuss! Jedoch ein kurzer. Denn gleich setzte das schlechte Gewissen ein, dass ich schwach wurde! Aber was soll es. Die süße Sünde war es wert und ab jetzt heißt es wieder Augen zu und durch, die letzen Wochen schaffe ich noch. Jessica Rus (Fleisch-Fasten): Mit Entsetzen habe ich diese Woche einen Onlineartikel mit der Überschrift "Warum Käse nicht vegetarisch ist" angeklickt. Dass Käse nicht vegan ist, das ist klar, aber nicht mal vegetarisch? Ich zögerte ein bisschen, bevor ich zu lesen begann. Ist meine fleischlose Zeit etwa doch tierischer als gedacht?

Tatsächlich enthält Käse in den allermeisten Fällen Lab. Lab ist ein Enzymgemisch, das aus den Mägen junger Wiederkäuer gewonnen, und bei der Herstellung von Käse eingesetzt wird, damit die Milch eindickt, ohne sauer zu werden.

Ich denke über die letzten vier Wochen nach. Beinahe jede Mahlzeit habe ich mit Parmesan oder Reibekäse bestreut. Und mit meinen Vier-Käse-Nudeln vom Italiener vergangene Woche habe ich innerhalb einer Mahlzeit also gleich vier mal mein Fastengelübde gebrochen!

Das Fazit des Artikels lautete, dass man doch auch problemlos auf Käse verzichten könne. "Wie" wurde nicht erklärt. Den Artikel kann also nur jemand verfasst haben, der sein Brotstück noch nie in warmen Ofenkäse getunkt hat, dann wüsste er nämlich ganz genau, dass Edamer, Gouda, Emmentaler & Co. das Leben um einiges lebenswerter machen.

Nimmt man es ganz genau, habe ich mein Fastenversprechen demnach nicht eingehalten. Ich kämpfe mich trotzdem noch durch die letzten zwei Wochen, wenn auch mit schummelndem Fleischkäse.