Den so genannten "Zirkus Schnauz" des Kreisjugendrings (KJR) Forchheim, der von Leuten des Zirkus Mumm unterstützt wird, gibt es inzwischen seit 16 Jahren. Jedes Jahr gastiert er in einer anderen Landkreisgemeinde. Diesmal unterstützt vom Markt Gößweinstein in Morschreuth.

"Es ist jedes Jahr ein wunderbares und wertvolles Projekt, bei dem behinderte und nichtbehinderte Kinder eine Woche lang zusammenarbeiten, um Selbstbewusstsein zu kriegen und mit ihrem Programm ihre Eltern begeistern". Dies sagt Landrat Hermann Ulm (CSU) über das integrative Zirkusprojekt, das in Morschreuth gleich neben der Kulturwerkstatt Fränkische Schweiz stattfand. Zwei Zirkusaufführungen am Wochenende bildeten den krönenden Abschluss. Auch Gößweinsteins Bürgermeister Hanngörg Zimmermann (BMG), dessen Tochter auch mitmachte, zeigt sich von dem Projekt begeistert.

Initiiert hatte dieses integrative Zirkusprojekt einst Christian Kohlert vom KJR Forchheim. Heute erfreut sich das Zeltlager mit den beiden Zirkusveranstaltungen zum Abschluss größter Beliebtheit. Behinderte und nichtbehinderte Kinder im Alter von neun bis 15 Jahren aus dem gesamten Landkreis können daran teilnehmen. Die Plätze sind allerdings auf 50 Kinder begrenzt. Schon am ersten Anmeldetag waren alle Plätze ausgebucht.

Diesmal waren viele neue Kinder dabei, die sich innerhalb von nur zwei Tagen sehr gut kennen gelernt haben, freut sich Projektleiterin und Kreisjugendpflegerin Stefanie Schmitt. So konnten auch viele neue Freundschaften geschlossen werden, und trotz eines heftigen Gewitters war alles super.


Umzug wegen Gewitter

Während der einen Gewitternacht musste man kurzfristig von den Zelten in die Kulturwerkstatt umziehen, um darin mit insgesamt 70 Leuten zu übernachten. Auch dies war dank der großen Hilfsbereitschaft der Morschreuther und der 30 ehrenamtlichen Helfer im Hintergrund kein größeres Problem.

Diesmal lautet das Motto des Zirkusprojekts "Die Suche nach der Zeit". So zog sich die Zeit auch wie ein roter Faden durch die beiden äußerst gut besuchten Aufführungen im Zirkuszelt am Samstagabend und Sonntagnachmittag. Die Kinder boten dabei akrobatische Höchstleistungen, die sie zuvor eingeübt hatten. Man merkte, dass sie mit Freude dabei waren und es überhaupt keine Rolle spielte, ob ein Kind behindert ist oder nicht.


Finanzielle Unterstützung

Finanziell unterstützt wurde das Zirkusprojekt dieses Jahr durch die Charlotte-Ermert-Stiftung sowie die ehrenamtlichen Stiftungsvorstände im Hause der Hypo-Vereinsbank. Zum ersten Mal war ein Food-Truck vor Ort. Der "Kartoffelbub" verköstigte die Zuschauer vor der Vorstellung und in der Pause mit Kumpir, also gefüllten Riesenkartoffeln, und von der Dorfgemeinschaft Morschreuth gab es Leckeres vom Grill.