Beide Kandidaten haben das 60. Lebensjahr schon vollendet und ihre Wahlämter schon mehrere Perioden inne. Dennoch stellte der frischgebackene CSU-Kreisvorsitzende Benedikt Graf Bentzel an den Anfang der Versammlung im Sportheim Kersbach am Montagabend, dass die CSU vor schwierigen Aufgaben stünde: "Wir müssen den Generationswechsel durchführen; das betrifft auch den Parteivorsitz."

Für den Forchheimer Raum bedeutet dies, so Graf Bentzel, den demografischen Wandel zu erkennen und Lösungen zu finden. Um die regionale Wertschöpfung zu erhalten, müsse auch im Gastronomiebereich ein Generationswechsel stattfinden und für die Touristik das Thema Verkehrswege diskutiert werden. Die junge Generation war auch im Rechenschaftsbericht von Eduard Nöth ein vorrangiges Thema, ist der Forchheimer Landtagsabgeordnete doch seit Beginn seiner parlamentarischen Tätigkeit Mitglied im Ausschuss für Jugend, Bildung und Sport.
"Nicht zuletzt auf meine Initiative hin", so betonte Nöth, "macht sich der Landkreis als einziger in Oberfranken gemeinsam mit 18 weiteren bayrischen Landkreisen auf den Weg zur Bildungsregion."


Keine "Wohlfühlpädagogik"

Der Erfolg bayerischer Schulpolitik liegt laut Nöth in deren Kontinuität. Unter lautem Beifall verkündetet er: "Kinder und Jugendliche sind für uns keine Versuchskaninchen", wie dies aktuell - "um ideologischen Ansprüchen gerecht zu werden" - in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz geschehe. Die CSU lehne Wohlfühlpädagogik in Gemeinschafts-, Einheits- und Gesamtschulen ab.

"Im Wahlkampf", so forderte Nöth, "muss mehr als deutlich gemacht werden, dass in Bayern 42 Prozent aller Hochschulzugangsberechtigungen über die berufliche Bildung erworben werden." Nöth appellierte an die Versammlung das kommende Jahr zum Arbeitsjahr, nicht zum Wahlkampfjahr zu erklären. "Wir müssen wieder auf unsere eigentliche Klientel, auf unserer Stammwähler zugehen." Ein üblicher Aufruf zur Geschlossenheit und damit Kampagnefähigkeit folgte.

Schon zuvor hatte Nöth "den meisten" Bürgermeistern, Kommunalpolitikern und Ortsverbänden eine konstruktive Zusammenarbeit bescheinigt. Beifall erhielt der Landtagsabgeordnete für seinen ausdrücklichen Dank an Udo Schönfelder "für die konstruktive Begleitung während seiner Zeit als Kreisvorsitzender".
"Je länger ich dabei bin, umso mehr bin ich überzeugt, dass die Bezirke wichtig sind", begann Franz Stumpf seinen Arbeitsrückblick. "Sie dienen dem Ausgleich der Finanzkräfte bei sozialen Aufgaben", betonte er und verwies auf seine erfolgreiche Tätigkeit in der Sparkommission des Bezirks.

Inzwischen schrieben die sechs bis sieben Kliniken des Bezirks als Kommunalunternehmen schwarze Zahlen. Besonders ging Stumpf auf seine Tätigkeit für die Blindenanstalt in Nürnberg ein. Dort müssten 50 Millionen Euro investiert werden.


Bekanntes Credo

Dagegen sei zu sehen, dass 70 Prozent der dort in einem Beruf Ausgebildeten einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt erhielten. "Sozialversicherungspflichtige Beschäftigte sind das A und O jeder Region", griff er sein bekanntes Credo auf. Weiche Standortfaktoren kämen erst, wenn genügend Arbeitsplätze vorhanden seien.

Am Rande erwähnte Stumpf noch die Aktivitäten des Bezirks auf dem Gebiet der Fischzucht: Aufstiegshilfen für Fische an Kraftwerken, eine Aufgabe, die laut Stumpf die Unteren Naturschutzbehörden "etwas links liegen lässt". Und als Letztes wies Stumpf auf die Oberfrankenstiftung hin. Obwohl sie in Forchheim nicht so bekannt sei, sei sie ein Segen für den ganzen Bezirk.