Die anhaltende Trockenheit und Hitze der vergangenen Wochen gefährdet das Ökosystem Wiesent mit ihren Zuflüssen. In Dürreperioden drohen ausgetrocknete Bachbetten und Fischsterben. Weil im Einzugsgebiet der 78 Kilometer langen Wiesent die Wasserstände der Bäche und Flüsse derart niedrig sind, hat das Landratsamt Forchheim entschieden, die Wasserentnahme einzuschränken.

Das beschlossene Verbot betrifft allen voran die Anlieger und Gartenbesitzer entlang der Wiesent. Aber auch den Landwirten aus der Region, die ein Recht besitzen, Wiesentwasser zur Bewässerung zu nutzen, bereitet die Wasserknappheit Sorgen.

Das steckt hinter dem Verbot

Die Wiesent steht zudem durch Urlauber unter Druck (wir berichteten). Wegen des Niedrigwassers schränkte das Landratsamt das Bootfahren auf Teilstrecken ein. Und seit Montag ist die "Wasserentnahme im Rahmen des Gemeingebrauches" untersagt.

Zur Erklärung: Normalerweise darf jeder Bürger und jede Bürgerin mit einer Gießkanne oder einem Eimer Wasser schöpfen, um zum Beispiel seinen Garten zu bewässern, erklärt Landratsamtssprecher Holger Strehl. Pumpen sind nicht erlaubt und müssten extra beantragt werden. Dafür gebe es derzeit keine wasserrechtliche Erlaubnis. In Niedrigwasserzeiten wie jetzt sollte das Wasserschöpfen vor allem an kleineren Gewässern generell unterlassen werden.

Denn bereits geringfügige Wasserentnahmen würden sich nachteilig auf die Ökologie auswirken. Verstöße können als Ordnungswidrigkeiten mit Bußgeldern geahndet werden.

Appell an oberfränkische Gärtner

Der Landkreis Forchheim ist nicht der einzige in Oberfranken, der angesichts der Trockenheit reagierte: Auch die Landratsämter Bamberg und Haßberge haben heuer bereits die Bürgerinnen und Bürger zum Wassersparen an den Flüssen und Bächen aufgerufen, um ihre Gewässer zu schützen.

Egal ob Wiesentwasser, Regenwasser oder Leitungswasser - beim Gärtnern sei angesichts der Trockenheit Wassersparen angebracht, meint auch der Vorsitzende des Forchheimer Gartenbauvereins, Wolfgang Spörlein.

Der Gartenexperte kennt die negativen Folgen, die die Dürre auf die Pflanzen und den Boden im heimischen Garten hat. Gartenbesitzer sollten dennoch beispielsweise das Beregnen ihrer Wiesenflächen unterlassen. "Den Rasen muss man nicht gießen. Selbst wenn er braun wird, der Rasen wächst nächstes Jahr wieder", weiß Wolfgang Spörlein.

Auf die Landwirte, die ein geltendes Bewässerungsrecht an der Wiesent haben, hat das verkündete Entnahme-Verbot keine Auswirkungen. Die Ackerbauern müssen sich aber an die jeweiligen Auflagen halten, auch hinsichtlich von Niedrigwasserzeiten.

"In der Landwirtschaft ist die Wasserknappheit zunehmend ein großes Problem", sagt Landwirt Markus Galster aus Gosberg. Er ist erster Bauherr der Bewässerungsgenossenschaft Gosberg-Zweng, die die 270 Jahre alte Tradition der Wässerwiesen am Leben hält. Er ist verantwortlich, die rund 25 Wehre zu öffnen und zu schließen, die Bewässerungskanäle zu befüllen und so die Wiesen mit Flusswasser zu schwemmen.

Niedrigwasser an der Wiesent und traditionelle Wässerwiesen - wie passt das zusammen? Galster kennt Kritiker, die die Wasserentnahme durch die Landwirtschaft bemängeln, er entgegnet: "Wir müssen natürlich sorgsam mit dem Wasser umgehen. Wir in den Bewässerungsgenossenschaft nehmen auch Rücksicht auf das Gewässer." Der Gosberger Landwirt vermutet, dass es durchaus Fälle gebe, wo Pumpen und Schläuche illegal in der Wiesent landen. Deshalb müsste genau dort kontrolliert werden, wo entlang der Wiesent kein Wasserrecht bestehe.

Experte rät: Mit diesen sieben Tipps sparen Sie Wasser im eigenen Garten

Wolfgang Spörlein von den Gartenfreunden Forchheim kennt einige Tipps, um beim Gärtnern Wasser einzusparen:

1. Morgens oder abends gießen In der Mittagszeit verdunstet das Wasser schnell und dringt nicht bis nach unten in den Boden. 2. Mulchen ist wichtig Wer rund um seine pflanzen Mulch oder Grasschnitt verteilt, verringert die Verdunstung. "Mulchen ist eigentlich das wichtigste", rät Spörlein. 3. Wasser nah am Boden Gärtner sollten nah über dem Boden im Wurzelbereich ihre Pflanzen gießen. Blätter oder Blüten brauchen keine Wasserdusche. 4. Rasengießen ist unnötig Private Wiesen oder Rasen müssten nicht unbedingt gegossen werden. Selbst wenn der Rasen braun wird, er wächst wieder. 5. Erst angießen Vor allem trockene Böden sollten vorsichtig mit wenig Wasser angegossen werden. Nach ein paar Minuten können sie dann richtig bewässert werden, so nimmt der Boden das Wasser auf. 6. Böden anreichern Lehmarme Böden können mit Bentonit oder Blähton angereichert werden. Dadurch können sandige Böden besser Wasser speichern. 7. Regenwasser auffangen Wer in Regentonnen oder Zisternen Regenwasser auffängt und im Garten nutzt, spart den Wasserverbrauch.rh