Das war absoluter Besucherrekord beim größten Faschingsumzug der Fränkischen Schweiz in Gößweinstein. Bei strahlendem Sonnenscheinsäumten 9 000 Schaulustige, so schätzt die Polizei Ebermannstadt, die Straßen beim närrischen Treiben der über 1500 Teilnehmer.

Den Vogel, was die Wagengröße und das technische Know-how betrifft, schossen auch in diesem Jahr wieder die Kohlsteiner mit ihrem Raumschiff "Kohlstar Wars" ab. Der Kino-Renner "Star Wars" lässt grüßen. Riesig, toll und knallbunt aber präsentierten sich auch der Hippiebus aus Sachsendorf oder die Rockgitarre der 70 Mann und Frau starken Rockergruppe aus Kleingesee.
Ihr Motto: "Kleingesee rockt". Sie hatten mit Jasmin Stiefler und Tobias Schüller sogar ein eigenes "Rocker-Prinzenpaar" dabei.


Einfallsreiche Landjugend

Witzig und gar nicht so leicht zu fahren war das "Achtem", ein Fahrrad für die sieben Zwerge plus Schneewittchen. Oder die mobile Zahnarztpraxis der "Asfölder Börschten" die ein Auto zersägt und verlängert hatten. Die Ober- und Unterailsfelder Jugend gehört seit einigen Jahren zu den ideenreichsten Teilnehmern.
Erstmals dabei die Landjugend aus Haßlach als Kühe verkleidet. Sie verkündeten: "Mischt der Bauer Gift zur Butter, ist es für die Schwiegermutter." Die Heiligen Dreikönige nebst Weihnachtsmarkt und gestohlenem Christkind kamen aus Wichsenstein, die Nankendorfer feiern heuer ihre Zeltkerwa in Gößweinstein und die Tüchersfelder kamen als Jurageister.

Auf einem schwarzen Leichenwagen mit echtem Sarg darauf wurde das Gößweinsteiner Hallenbad beerdigt. Die Totengräber begleiteten es auf dem letzten Weg.
Ein weiterer Wagen ließ die DDR wieder auferstehen mit Altkanzler Helmut Kohl und einer Schönheit die hoch oben an der Stange tanzte. Lucky Luke und die Daltons fuhren im Saloon der Gärtnerei Wiedow mit, der Kindergarten Stempferhof feierte Gartenfest, die VIP`S aus Pottenstein wähnten sich im Wildgehege und die Hiltpoltsteiner waren nicht nur mit ihrer Garde, sondern mit einem ganzen Zoo angerückt.
"Pink Orange" aus Pottenstein hatte die Augsburger Puppenkiste mit Jim Knopf mitgebracht, eine Gruppe aus Gößweinstein mimte Zahnfees und die Etzdorfer und Türkelsteiner hatten einen echten Hühnerstall auf ihrem Wagen und waren selbst als Gockel und Hühner verkleidet.

Die Leutzdorfer Dorfjugend nahm die ihrer Meinung nach unsinnige neue Verkehrsinsel vor ihrem Ort auf die Schippe und feierte darauf die erste Inselparty. Angeführt wurde der Zug von Musikverein Gößweinstein und dahinter folgten die Faschingsvereine aus Gößweinstein und Kühlenfels mit ihren Prinzenpaaren, Garden und Tanzgruppen. Bürgermeister Hanngörg Zimmermann, der als Senatspräsident der Gößweinsteiner Narren selbst mit an der Zugspitze marschierte, verteilte Gummibärchen an die Kinder. Zentnerweise flogen auch Bonbons, Popcorn oder Obst von den festlioch bzw närrisch geschmückten Wagen.