Nach dem Rücktrittsgesuch von Oberbürgermeister Franz Stumpf (CSU/WUO) hat sich die SPD als erste der im Stadtrat vertretenen Parten positioniert. "Vor zwei Jahren wollte ich Oberbürgermeister werden. Und das will ich immer noch", erklärt Uwe Kirschstein selbstbewusst am Telefon. Als SPD-Ortsvorsitzender, der Stumpf in der Stichwahl vor einem Jahr noch unterlegen war, habe er bei den Genossen Erwartungen geweckt, die er auch erfüllen wolle.

Reiner Büttner, Vorsitzender des SPD-Kreisverbandes Forchheim, und Reinhold Otzelberger, Fraktionschef der Sozialdemokraten im Forchheimer Stadtrat, zeigten sich erleichtert, dass mit Uwe Kirschstein ein Kandidat zur Verfügung stehe, der von den Mitgliedern zu hundert Prozent getragen werde.


Alle stehen hinter ihm

Zur Kandidatur durchringen musste sich Kirschstein nach eigenem Bekunden nicht. Zwar hätten sich ein paar Rahmenbedingungen seit dem letzten Wahlkampf geändert, doch das Ziel sei das Gleiche geblieben. Er könne sich nicht nur der Unterstützung der Genossen sondern auch der eigenen Familie sicher sein. Auch beruflich baut der OB-Kandidat darauf, dass er die zeitliche Flexibilität bekommt, die er für den Wahlkampf braucht. Er habe in dieser Richtung schon vorgefühlt, erklärt Kirschstein, der für heute um ein vertrauliches Gespräch mit der Firmenleitung gebeten hat.

Ebenfalls Klarheit geschaffen hat Josua Flierl (CSU), der in einer "persönlichen Erklärung" zu seinen Ambitionen als Oberbürgermeister-Kandidat Stellung nimmt. Er freue sich, dass sein Name als möglicher Nachfolger von Franz Stumpf immer wieder aufgetaucht sei. "Ich sehe das als Anerkennung für mein bisheriges Engagement", erklärt Flierl, der quer durch alle Gesellschaftsbereiche immer wieder ermuntert worden sei, seinen Hut bei der OB-Kandidatur in den Ring zu werfen. "Da ich mit Leidenschaft und Einsatz bereits heute für unsere Heimat Forchheim kämpfe, gestehe ich auch gerne ein, dass mich eine Kandidatur reizt", schreibt Flierl.

Andererseits kämen in seinem privaten und beruflichem Umfeld in naher Zukunft Veränderungen auf ihn zu, die nicht nur Zeit sondern auch Hingabe erforderten. Hier nennt er die Familienplanung mit seiner Lebenspartnerin ebenso wie berufliche Expansionspläne.

So schließt Flierl seine Erklärung mit den Worten: "Ich bin mir sicher, dass es aus den Reihen der CSU einen bestens geeigneten Kandidaten geben wird. Diese Person wird von mir vorbehaltlos zu hundert Prozent unterstützt."


Ein Architekt für Forchheim?

Weiterhin zurückhaltend gibt sich Sebastian Körber (FPD). "Für uns ist die Kandidatenfrage noch sehr unübersichtlich", erklärt Körber auf Anfrage. Auch die Vorstandssitzung am Freitag habe hier keine weiteren Erkenntnisse gebracht. In der Forchheimer Kommunalpolitik gehe es darum, die Stadt zu gestalten, es gehe um Stadtentwicklung und Sanierungen. Der Paradeplatz müsse schöner werden. "Das sind genau die Themen, die ich auch beruflich mache. So gesehen, könnte die Stadt schon einen Architekten gebrauchen", gesteht Körber, der dies aber nicht als Zusage zu einer OB-Kandidatur verstanden wissen will. "Wir definieren uns über unsere Themen", betont Körber.

So käme es ihm nicht ungelegen, wenn die FDP einen (überparteilichen) Kandidaten finden würde, der diese Ziele vertritt. Immerhin ist Körber stellvertretender Landesvorsitzender der FDP in Bayern, der genau abwägt, in welche Richtung er gehen will. Das Amt eines Oberbürgermeisters als Zwischenstation für eine landes- oder bundespolitische Karriere zu nutzen, komme für ihn nicht in Frage. "Wir sind eine kleine, schlagkräftige Truppe, die ihre Hausaufgaben gemacht hat", meint Körber. In der OB-Frage seien alle Optionen möglich.


Flierls Erklärung im Wortlaut

Persönliche Erklärung von Josua Flierl vom 12.12.2015

Da in den letzten Tagen in den verschiedensten Medien der Name Josua Flierl als möglicher Kandidat für die anstehende Oberbürgermeisterwahl genannt wurde, erlaube ich mir, folgende persönliche Erklärung abzugeben:

Über den regen Zuspruch, meinen "Hut in den Ring" zu werfen, habe ich mich sehr gefreut und sehe es als Anerkennung für mein bisheriges Engagement. Quer durch alle Gesellschaftsbereiche wurde ich ermuntert, von Unternehmern genauso wie von Repräsentanten aus Vereinen und Verbänden. Da ich mit Leidenschaft und Einsatz bereits heute für unsere Heimat Forchheim kämpfe, gestehe ich auch gerne ein, dass mich eine Kandidatur reizt.

Sowohl in meinem privaten als auch beruflichem Umfeld wird es in naher Zukunft jedoch zu Veränderungen kommen, die nicht nur entsprechende Zeit sondern auch Hingabe benötigen. Die Familienplanung mit meiner Lebenspartnerin ist noch nicht abgeschlossen, ebenso stehen berufliche Expansionspläne auf der Agenda - bald wird es in der der Forchheimer Innenstadt einen weiteren Bürostandort für uns als Finanzdienstleister geben.
Ich bin mir zudem sicher, dass es aus unseren Reihen einen bestens geeigneten Kandidaten geben wird. Diese Person wird von mir vorbehaltslos zu 100 Prozent unterstützt. Damit trage ich gerne zur für einen Erfolg stets notwendigen Einigkeit bei.

Ich würde mich daher sehr freuen, wenn Sie nicht nur mich, sondern bei der anstehenden Oberbürgermeisterwahl unseren Kandidaten unterstützen würden.

Herzlichst
Ihr
Josua Flierl