Die Gegner der Forchheimer Ostumgehung seien verwundert, sagt Heinrich Kattenbeck von der Bürgerinitiative pro Wiesenttal ohne Ostspange (Biwo). In den neuen Vereinbarungen des Bundesverkehrswegeplanes (BVWP) fänden sich Änderungsanträge, die den Dringlichkeitsbedarf für die weiteren Umgehungsstraßen auf der B 470 in Oesdorf und Wimmelbach gestrichen hätten.

Informiert wurde Heinrich Kattenbeck vom Landesarbeitskreis des Naturschutzverbandes BUND in Berlin. Demnach bleibt nur für die Forchheimer Ostumgehung der B 470 die Dringlichkeitsstufe vordringlicher Bedarf (VB) erhalten. "Interessant ist, dass die Ortsumgehung von Oesdorf und Wimmelbach nicht mehr mit dem Hinweis VB ausgewiesen sind", sagt Heinrich Kattenbeck.

Am Donnerstag, 24. November, finden in Berlin die Abschlussberatungen des Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur mit dem Umwelt- und Haushaltsausschuss statt. Die entsprechenden Empfehlungen der Sitzung werden dann vom Bundestag am 2. Dezember beschlossen.


Erstaunen in den Gemeinden

Erstaunen über die von Kattenbeck skizzierte Entwicklung herrscht in den Gemeinden Hausen und Heroldsbach. Heinz Meisel, Geschäftsleiter in der Gemeinde Hausen, sagt: Grundsätzlich werde die Umgehung von Wimmelbach in der Gemeinde ja befürwortet. "Seit Forchheim die Südumgehung eingerichtet hat, fließt deutlich mehr Verkehr durch Wimmelbach." Wenn auch die Frage des Trassenverlaufs "nicht geklärt" sei, bringe es keinem was, wenn der Vermerk VB jetzt gestrichen werde, betont Heinz Meisel.

Auch Heroldsbachs Bürgermeiste Edgar Büttner (SPD) meint, dass es "überraschend wäre", wenn der vordringliche Bedarf für die Umgehung von Oesdorf nun gestrichen würde. "Das würde bedeuten, dass sich bis 2030 nichts tut. Das kann ich mir nicht vorstellen", betont der Bürgermeister von Heroldsbach. Und beruft sich auf seine jüngsten Informationen von Martin Burkert: Der verkehrspolitische Sprecher der SPD-Landesgruppe habe ihm zuletzt bestätigt, dass Gremsdorf (Kreis Erlangen-Höchstadt) an der B 470 in den vordringlichen Bedarf "reingekommen ist" und "dass wir im vordringlichen Bedarf bleiben".


Streichung dementiert

Susanne Müller, die Büroleiterin im Wahlkreisbüro des Bamberg/Forchheimer Bundestagsabgeordneten Andreas Schwarz (SPD), dementiert die Kattenbeck-Version von der Streichung des Vermerkes "VB". Wie Edgar Büttner beruft sich Susanne Müller auf Martin Burkert: An dem vordringlichen Bedarf für die Ortsumgehungen in Wimmelbach und Oesdorf habe sich nichts verändert. Sollte diese Empfehlung heute in Berlin vom Ausschusses für Verkehr und digitale Infrastruktur beschlossen werden, dann zerschlägt sich eine Hoffnung der Biwo.

Der Bürgerinitiative wäre es am liebsten, sagt Heinrich Kattenbeck, wenn die Umgehungsstraßen mit dem Vermerk "weiterer Bedarf" (WB) versehen würden. Dann wären nach 2030 nochmal 15 Jahre Zeit, um über die Projekte nachzudenken. Bis dahin, meint Kattenbeck, würde sich die Einsicht durchsetzen, dass diese Umgehungsstraßen für die Natur nicht zumutbar seien. Denn, so findet Kattenbeck: "Wir leben in einer der am besten erhaltenen Naturregionen in Deutschland. Dieses hochwertige von der EU geschützte Gebiet darf nicht zerstört werden."