"Über den Wolken, muss die Freiheit wohl grenzenlos sein", heißt es in einem Lied von Reinhard Mey. Diese Freiheit kann auch der 18-jährige Patrick Benoist nachempfinden, wenn er mit seinem Segelflugzeug durch die Lüfte gleitet.

Die Begeisterung für das Fliegen wurde dem Dobenreuther quasi in die Wiege gelegt, denn sein Vater ist Pilot bei Eurowings und genießt in seiner Freizeit ebenfalls das Segelfliegen vom Flugplatz Feuerstein aus. "Er vergleicht das Fliegen in der Passagiermaschine mit dem Busfahren und das Segelfliegen mit Motorradfahren", verrät Patrick Benoist und lacht.

Es ist das "pure Fliegen"

Segelflug sei "pures Fliegen", meint er, denn die Naturbedingungen wirken sich direkt auf den Flug aus. Segelflugzeuge werden vom Wind getragen. Durch die Kraft des Windes können sie an Höhe gewinnen oder sich fortbewegen.

Patrick Benoist war schon immer vom Fliegen begeistert: "Ich hatte ein Kinderzimmer voller Flugzeuge." Mit 14 begann er die Ausbildung für den Segelflugschein, mit 16 legte er die Prüfung ab. In seiner Freizeit oder nach der Schule ging es dann zum Flugplatz Feuerstein. Zuerst lieh er sich ein Segelflugzeug, später kaufte er sich eines.

Hobby zum Beruf machen

"Mein Flieger hat noch einen kleinen Motor, damit ich bei fehlender Thermik nicht zwischenlanden muss, sondern bis zum Flugplatz zurückkomme", erzählt Benoist, der gerade am Ehrenbürg Gymnasium sein Abitur macht. Im Herbst möchte er den Schein für Motorsegler angehen und sich im Winter bei der Deutschen Flugsicherung in Langen bei Frankfurt bewerben. "Da wird man dann 18 Monate lang theoretisch ausgebildet, und dann noch ein halbes Jahr direkt am Arbeitsplatz", zählt Patrick Benoist auf. Am liebsten wäre ihm dann der Einsatzort Flughafen Nürnberg, denn dann könnte er auch weiter vom Feuerstein aus Segelfliegen.

Ein Vorteil hier ist, dass der Feuerstein nicht im Luftraum Nürnberg liegt und es somit keine Beschränkungen in der Flughöhe gibt. "Die Fränkische Schweiz von oben ist auch sehr beeindruckend." Außerdem ist die Thermik hier sehr gut und es kann täglich geflogen werden. Von hier aus können die Piloten auch gut den Bayerischen Wald, das Fichtelgebirge oder den Thüringer Wald erreichen.

Patrick Benoist macht sich vor dem Flug oft einen Plan, wohin er fliegen will. Manchmal fliegt er auch planlos und lässt sich vom Wind treiben. Hoch in den Lüften umkreisen ihn dann Vögel, die die gleiche Thermik wie er nutzen. Er ist beim Segelflug entspannt, aber konzentriert. Fliegt er schnell, wird es durch den Wind laut, fliegt er langsam, ist es still und er hört das Knarren des Flugzeugs. Meist macht er sich gemeinsam mit Vater und einem anderen Piloten auf in die Luft. "Wir kommunizieren dann per Funk. Einer findet immer eine Thermik, die man nutzen kann", erzählt Patrick Benoist.

Auf- und Abbau ist Teamarbeit

Er wird auch hin und wieder von Freunden gefragt, ob er sie mitnehmen könnte. Dann leihen sie sich ein Flugzeug, in dem zwei Personen Platz finden. "Ich habe aber viele Freunde, die selbst fliegen oder Kameraden hier am Feuerstein, denn man muss sich da gegenseitig helfen." Zum Beispiel für den Auf- und Abbau des Segelflugzeugs. Patrick Benoist braucht für sein Fluggerät drei Helfer, denn es wird in die zwei Innen-, die zwei Außenflügel, das Höhenruder und den Rumpf zerlegt. Und auch die Geselligkeit kommt nicht zu kurz. Die Flieger sitzen gern zusammen und tauschen sich aus. "Ja, ich bin begeistert vom Fliegen und dem Drumherum", gibt Patrick Benoist zu.