Der Forchheimer CSU-Fraktionschef Udo Schönfelder hat kürzlich auf der Stadtversammlungs-Sitzung in Burk, vor 50 Delegierten der Ortsverbände, seine OB-Kandidatur erklärt.

"Ich wurde in den letzten Monaten von verschiedensten Seiten motiviert zu kandidieren", bestätigt der 54-Jährige auf Nachfrage unserer Zeitung. Er werde von "alten Haudegen" ebenso unterstützt wie von vielen jungen Leuten.

Der Vollblut-Kommunalpolitiker verweist auf seine Lokalkompetenz, er sei fachlich eingearbeitet und habe sich das Vertrauen der Verwaltung erworben.

Überparteilich anerkannt

Der CSU-Fraktionsvorsitzende, dem in der Vergangenheit eine eher polarisierende Wirkung nachgesagt wurde, erklärt, dass nun auch mit den anderen Fraktionen eine engere Abstimmung als früher herrsche. Es sei sehr zu begrüßen, das beispielsweise auf kulturpolitischer Ebene eine enge Zusammenarbeit zwischen Schwarz-Grün herrsche, betont Schönfelder und erklärt: "Ich bin mehr Kommunal- als Parteipolitiker".

Schönfelder unterstreicht, dass er bei der letzten Kommunalwahl ein Ergebnis gehabt habe, dass ihn zuversichtlich stimme - und zwar als Zweitbester hinter Stimmenkönig Franz Streit. "Da kann ich nicht viel falsch gemacht haben", betont Udo Schönfelder. Seinen Angaben nach stünden mindestens zwölf Fraktionskollegen hinter ihm.

Schönfelder ist sich bewusst, dass er drei Hürden zu nehmen hat: Zunächst die Nominierungsversammlung der CSU im April 2019, dann die OB-Wahl im März 2020 und möglicherweise eine anschließende Stichwahl.

Udo Schönfelder zeigt sich selbstbewusst: "Ich trau' es mir zu." Ob er der einzige CSU-Kandidat bleibt, wird sich zeigen: Bis 15. Januar haben weitere Interessenten Zeit, ihren Hut in den Ring zu werfen.

Einer aus den Reihen der CSU ist es zumindest nicht: Dem Vernehmen nach hat Josua Flierl seine Kandidatur für die OB-Wahl 2020 ausgeschlossen.

Ob der bei der letzten OB-Wahl knapp unterlegene Kandidat der Jungen Bürger, Ulrich Schürr, es noch einmal wissen will, konnten wir nicht erfahren - er war zum Zeitpunkt der Recherche nicht zu erreichen.

Blick auf die anderen Fraktionen

Für Anette Prechtel, die Front-Frau der Forchheimer Grünen Liste (FGL), stellt sich das Thema momentan noch nicht. Über eine Kandidatur entscheide die Basis, für die Nominierungsversammlung gebe es noch nicht einmal einen Termin.

Seitens der FDP erklärt der frischgebackene Landtagsabgeordnete Sebastian Körber, seine Partei entscheide erst Anfang kommenden Jahres, ob man einen Kandidaten aufstelle - und wenn ja, wen.

Zu seinen eigenen Ambitionen befragt meint Körber nur soviel: "Ich kann aktuell auch mich selbst nicht ausschließen." Was die Freien Wähler betrifft, so hat deren drei Mal bei OB-Wahlen gescheiterte Manfred Hümmer, dem Vernehmen nach, kein Interesse mehr noch einmal anzutreten.

Die SPD kann hingegen weiterhin auf den amtierenden OB Uwe Kirschstein setzen- er hatte seine Bereitschaft zur erneuten Kandidatur bereits im Sommer gegenüber der Presse erklärt.