Als beinharter Verteidiger trug Stefan Hiltl immer die Nummer 4. Der 42-jährige B-Lizenztrainer hat mit dem 1. FC Eintracht Bamberg II erstmals eine Fußball-Landesligamannschaft übernommen.
Seine Anekdoten kann Stefan Hiltl vor allem dann erzählen, wenn er über seine Erfahrungen als Trainer oder Spielertrainer berichtet. Etwa, wenn er über den jungen Mann spricht, den er intensiv gefördert und ihn erfahrenen Spielern vorgezogen hat, um dann von diesem zwei Tage vor dem Spiel zu hören, er könne jetzt wegen eines bevorstehenden Zungenpiercings nicht spielen. Oder wenn es um den Spieler geht, der sich gerade in die Stammformation gespielt hatte, um seinem Trainer zu erklären, dass er in den nächsten vier Wochen wegen eines Tattoos, das er bekommen solle, nicht einsatzfähig sei.
Stefan Hiltl sieht solches, zumindest nach außen hin, von seiner komischen Seite und hakt es unter der Rubrik "Die heutigen Spielergenerationen sind nicht mehr hungrig genug" ab. Allerdings hatte er selbst es als Spieler mit Männern von anderem Schrot und Korn zu tun, bei denen solche Ausreden von vorneherein nicht gezogen hätten.
Sein erster Trainer als Siebenjähriger beim VfB Forchheim war Helmut Jänisch – wobei es damals die Aufteilung in Altersgruppen noch nicht gab, an eine F- oder E-Jugend, in der er hätte spielen sollen, war nicht zu denken. Sein Jugendtrainer beim Jahn war dann Vanko Timov, der gleichzeitig die Zweite Mannschaft trainierte, und unter seinen Trainern findet man auch Namen wie Karl-Heinz Carra, Herbert Hitzler oder Bernhard Schlagenhaft.
Ein einziges Mal war der eisenharte Defensivspieler, der als Aktiver stets die Nummer 4 trug, für die Kreisauswahl vorgesehen, und zwar, als diese zum internationalen Vergleich nach Eskilstuna, der schwedischen Partnerstadt Erlangens, reiste. Unter den Mitreisenden waren auch Uttenreuther und Ebermannstadter, und dadurch kam er mit Ebermannstadt in Kontakt. Nach dem Ende seiner Jugendlaufbahn ging er gleich zum TSV, wo er von Anfang an durch Norbert Hofmann mit seinem untrüglichen Blick für Talente gefördert wurde.
Allerdings: "Ich kam in einer geilen Zeit hin." Denn in der Saison 1987/88 wurde er mit Hofmann und seinem Team Bezirksligameister. Eine automatische Aufstiegsberechtigung war damit nicht verbunden, man musste noch die Meister der beiden anderen Bezirksligen aus dem Weg räumen, bevor man in die Landesliga kam – die Bezirksoberliga gab es damals ebenfalls noch nicht. Mit dem Aufstieg klappte es daher nicht, und die Enttäuschung war groß.
Beim Jahn war Uli Pechtold Trainer, auch ein "harter Hund". Der wollte Stefan Hiltl wieder haben, schaffte das auch und förderte ihn gezielt. Das ging so lange gut, bis ein Trainerwechsel anstand.
Empfehlung in Trailsdorf Wolfgang Seitz empfahl Hiltl beim FC Wacker Trailsdorf, und von 1990 bis 1993 spielte er dort in der Bezirksliga Oberfranken. 1993 wechselte er wieder zum TSV Ebermannstadt, der ebenfalls in der Bezirksliga (Mittelfranken) kickte. Dort traf er auf einen guten alten Bekannten aus Jugendtagen: Trainer Vanko Timov. 1994/95 folgte der Bezirksligameisterschaft endlich der Aufstieg, diesmal in die Bezirksoberliga, wo er bis 1996 mitspielte. Allein die Namen seiner Mitstreiter, von denen Stefan Hiltl eine kleine Auswahl nennt, zergehen einem förmlich auf der Zunge: Rüdiger Beck (Torwart und künftiger Trainer des TSV), Werner Neef (neuer TSV-Spielleiter), Jürgen Kraft, Wolfgang Seitz (sein früherer Mannschaftskollege aus Trailsdorf), Sonder und Önder Hantal, Jürgen Görl, Dieter Büttner, Peter Striegel, Florian Kohlbauer.
Trainerlizenz erworbenIn der Spielzeit 1996/97 trat Stefan Hiltl sein erstes Engagement als Spielertrainer an: bei der DJK/TSV Pinzberg, wohin er mit Wolfgang Seitz ging. "Das war eine klasse Zeit, auch das Umfeld hat gepasst", schwärmt Stefan Hiltl noch heute. Dort hat er auch seine C-Trainerlizenz erworben. Dem Aufstieg in die Kreisklasse folgte im Jahr darauf die Vizemeisterschaft, doch der neuerliche Aufstieg wurde nicht geschafft. In der Saison darauf war die Motivation fort, die Mannschaft wurde Vierter, aber das war für die Ambitionen von Stefan Hiltl und Wolfgang Seitz nicht gut genug.
Hiltl stand in Verhandlungen mit dem VfB, als ihm beim FC Burk dessen Trainer Wilhelm Satzinger den Mund nach den Burkern wässerig machte. Er ging hin, und auch die anderen alten Bekannten waren wieder da. Die Karawane war weitergezogen – Ramo Bajric, Helmut Wolff, Wolfgang Seitz, Christian Böhm und einige mehr. Da er zeitweise durch einen Bandscheibenvorfall außer Gefecht gesetzt worden war, betätigte er sich 2001/02 als Trainer der Burker A-Jugend und stieg mit ihr in die Bezirksliga auf. Dieser Mannschaft entstammen Spieler wie Erkan Öntürk, Jens Gößwein vom letztjährigen A-Klassenmeister DJK/SC Neuses und Erkan Martin, der gerade aus der 2. türkischen Liga zurückgekehrt ist.
Es passt in WimmelbachVor der Saison 2002/03 suchte der A-Klassist DJK Wimmelbach einen Spielertrainer. "Ich war frei, und es hat gepasst", sagt Hiltl. In der Folgezeit kam man in Wimmelbach aus dem Feiern kaum noch hinaus: 2002/03 A-Klassen-Meister, 2003/04 Kreisklassenmeister, die nächsten beiden Spielzeiten war man in der Kreisliga gut dabei. Als Glücksfall sieht es Stefan Hiltl dabei, dass er Spieler wie Stefan Fischer, Ramo Bajric, später auch Harald Coste und Torjäger Alexander Büttner nach Wimmelbach holen konnte.